Bezirksversammlung Altona

Auszug - Umgestaltung des Blankeneser Marktes Öffentliche Anhörung  

 
 
Sitzung des Verkehrsausschusses
TOP: Ö 1
Gremium: Verkehrsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 06.07.2015 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 19:07 - 20:55 Anlass: Sitzung
Raum: Aula der Stadtteilschule Blankenese
Ort: Frahmstraße 15 a/b, 22587 Hamburg
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Herr Zaage begrüßt die etwa 150 Besucher und weist darauf hin, dass die Presse Aufnahmen angekündigt habe. Er erläutert, dass sich die Diskussion auf Grundlage der erfolgten Werkstattgespräche entwickelt habe und stellt die Teilnehmer auf dem Podium vor:

        Herr Köster, arbos Freiraumplanung

        Herr Junker, Schmeck Junker Ingenieursgesellschaft

        Herr Butenschön, Bezirksamt Altona

        Frau Naujokat, SPD-Fraktion

        Frau Blume, CDU-Fraktion

        Herr Klanck, Fraktion GRÜNE

        Herr Strasser, Fraktion DIE LINKE

        Herr Flemming, FDP

        Herr Batenhorst, AfD

 

Herr Butenschönhrt aus, dass es erste Gedanken im Zukunftsforum im Jahr 2012 gegeben habe. Damals sei das Bezirksamt beauftragt worden, darauf basierend eine Planung durchzuführen. Dies hätten die beauftragten Büros in Zusammenarbeit mit dem Bezirksamt vorgenommen.

 

Herr Köster zeigt eine Präsentation (siehe Anlage) und erläutert dazu gemeinsam mit Herrn Junker Folgendes:

 

Allgemein

  • In dem konstruktiven und engagierten Prozess seien alle betroffenen Gruppen vertreten gewesen.
  • Die Anzahl der öffentlichen Stellplätze solle mit 40 Plätzen erhalten bleiben, darunter auch Parkplätze für Menschen mit Behinderung. Auch sollten ausreichend Plätze für Fahrräder geschaffen werden.
  • Die Planungen seien keine Teillösung, sondern ein Teil eines Gesamtkonzepts, das bis zur Elbchaussee reichen solle.
  • Dies seien ein Vorentwurf und erste Skizzen. Die Planung stehe noch am Anfang.

 

Zur Blankeneser Bahnhofstraße

  • Auf der Blankeneser Bahnhofstraße solle weiterhin Tempo 30 bleiben.
  • Die Separierung solle beibehalten werden, allerdings die Fahrbahn eingeengt und der Bordstein auf 3 cm abgesenkt werden. Dies sei in Hamburg der Kompromiss für Barrierefreiheit, der zugleich Blinden die Möglichkeit lasse, sich zu orientieren. Die heutige Situation werde damit verbessert.

 

Zu Probst-Paulsen-Straße und Mühlenberger Weg

  • In der Probst-Paulsen-Straße könnten Parkplätze diagonal angeordnet werden. Die Straße solle ein Stück weit nach Norden verschoben werden, so dass Platz für einen vernünftig breiten Gehweg und die Diagonalparkplätze entstehe.
  • In beiden Straßen sei Mischverkehr auf einer niveaugleichen Fläche vorgesehen. Allerdings sollten die Borde noch sichtbar sein, dies erleichtere die Zuordnung und vereinfache die Querung. Denkbar seien eine Spielstraße oder auch ein verkehrsberuhigter Geschäftsbereich mit Tempo 20.

 

Zum Marktplatz

  • Die Container könnten an der leicht rückwärtigen Ecke Mühlenberger Weg/ Probst-Paulsen-Straße unterirdisch angeordnet werden.
  • Der große Baumbestand solle erhalten bleiben. Ein paar kleinere Bäume müssten zur Neuordnung gefällt werden. Zudem solle das sogenannte Problemgrün beseitigt werden, so dass unterhalb der Baumkronen die Sichtachsen frei würden.
  • Der Markt benötige entsprechende Aufstellflächen.
  • Angesprochen sei die Möglichkeit eines Wasserspiels auf dem Marktplatz, für das es bisher keine Finanzierung gebe.
  • Es solle bevorzugt historisches Material wiederverwendet werden, damit der Marktplatz milieugerecht gestaltet werden könne.
  • Offen geblieben sei der Stand sowie die Größe des Markthauses. Diesbezüglich gebe es verschiedene Varianten.

 

Sonstiges

  • Es werde geprüft, ob der Kirchenvorplatz ohne Mauern eine Rampe erhalten könne, um die Kirche barrierefrei zu erschließen.

 

Fragen und Anregungen der Anwesenden zum Thema Parkplätze

  • Ein ungelöstes Problem seien die Parkplätze für Autofahrer, wenn der Markt nicht mehr für Autos freigegeben sei. Für Senioren würden die Wege zu weit. Die Idee einer Tiefgarage unter dem Marktplatz sei gut gewesen, vielleicht ginge dies auch unter dem Hessepark.
  • Es sei nicht nachvollziehbar, dass ohne Grund 70 Parkplätze auf dem Marktplatz wegfallen sollten. Dies sei auch für Veranstaltungen in der Kirche zum Nachteil. Ansonsten sei das Konzept gut.
  • Ein autofreier Markt sei zu begrüßen. Dies steigere die Aufenthaltssituation.
  • Es seien auch 7 Meter lange Parkplätze für Menschen mit Behinderung erforderlich und nicht nur breitere Parkplätze.
  • Manche Kundenrden bevorzugt an marktfreien Tagen kommen, weil sie dann einen Parkplatz fänden.
  • nnten auch Parkplätze für kleine Autos markiert werden?
  • Zu einer guten Wohngegend gehöre auch, dass das Fahrzeug abgestellt werden könne.
  • In der Tiefgarage am Bahnhof seien häufig bis zu 800 Parkplätze frei. Dafür müsse ein Konzept erarbeitet werden.
  • Bei einer Parkraumbewirtschaftung: Wo könnten Anwohner parken?

 

Herr Butenschönhrt aus, dass es im Bezirk viele Bereiche gebe, die bewirtschaftet würden. Anschließend gebe es einen vierfach so hohen Wechsel wie vorher. Dies schaffe indirekt mehr Parkplätze und das Bezirksamt habe hinterher durchweg positives Feedback erhalten. Auch gebe es vier Markttage in der Woche, an denen der Platz nicht zum Parken genutzt werden könne.

Er habe mit dem Landesbetrieb Verkehr Kontakt aufgenommen, eine Überwachung wäre in Kombination mit der Waitzstraße möglich. Die Kontrolleure bräuchten zwei Gebiete in einer Gegend, um wirtschaftlich zu handeln. Der Aspekt der Bewirtschaftung sei lange diskutiert worden. Dies mache nur bei ausreichende Kontrollen Sinn.

 

Herr Köster erläutert, dass es durch die Bewirtschaftung einfacher werde, einen Parkplatz zu finden. Es gebe am Bahnhof noch 200 Plätze in einem Parkhaus, dorthin sollten die Dauerparker möglichst verlagert werden.

 

Fragen und Anregungen der Anwesenden zum Thema Grün/ume

  • Die Beseitigung des „Problemgrüns“ werde befürwortet. Nicht nur hinter dem Markthaus, sondern auch Richtung Blankeneser Bahnhofstraße, um den Blick wieder herzustellen. Zudem sei das Problemgrün ufig vermüllt.
  • Die kleinen Bäume an der Blankeneser Bahnhofstraße würden die Gefahr bergen, dass es schlechter einsehbar sei. Daher sei es besser, auf die Bäume auf der Westseite zu verzichten.
  • Anstatt das „Problemgrün“ zu entfernen, sollte mehr in die Pflege investiert und auf historisches Grün zurückgegriffen werden. Auch sei es schade, dass das Schmuckbeet an der Kirche entfernt worden sei.

 

Herr Butenschön berichtet, der Rückschnitt des „Problemgrüns“ nne bereits in Kürze im Rahmen der Unterhaltung umgesetzt werden. Die Stadt senke die Unterhaltungskosten stetig ab, insofern sei das Bezirksamt daran interessiert, die Bereiche pflegeleicht zu halten. Es gebe aber eine Initiative, die sich in Blankenese um Beete kümmern. Dies sei positiv.

 

Herr Köster erläutert, die Baumreihe an der Blankeneser Bahnhofstraße sei als verbindendes Element gedacht gewesen und führe hinunter bis zur Elbchaussee. Dieser Aspekt werde aber nochmal durchdacht.

 

Ein Vertreter des Zukunftsforums Blankenesehrt aus, dass Bürger Patenschaften für Grün übernehmen könnten. Auf diesem Weg könne mehr gemacht werden.

 

Fragen und Anregungen zu den Themen Verkehr, Gehwege und Gestaltung des Marktplatzes

  • Es gebe Sorgen, dass der gemischte Verkehr nicht funktioniere und die Autofahrer keine Rücksicht nähmen.
  • Der Inklusionsgedanke solle noch mehr in den Mittelpunkt gerückt werden. Auch müsse es für Blinde mehr Führungsschienen als nur an der Blankeneser Bahnhofstraße geben.
  • Was passiere auf dem Platz, wenn kein Markt sei? Gebe es Sitzgelegenheiten? Ggf. könne es eine Wegkreuzungen für die Lokalitäten an der Bahnhofstraße geben.
  • nnten Hindernisse in die Blankeneser Bahnhofstraße eingebaut werden, um das Tempo zu reduzieren?
  • In der Probst-Paulsen-Straße und im Mühlenberger Weg gebe es Kitas. Vor diesem Hintergrund werde die gemischte Verkehrsfläche kritisch gesehen. Morgens sei dort zudem die Parkplatzsituation schwierig.
  • Was sei mit Anlieferverkehren?
  • rgen die Unterflurcontainer das Risiko für Ratten?
  • Es sei gut, die Trennung zwischen Rad- und Fußweg aufzuheben.
  • In der Waitzstraße sei es zu Problemen mit Schrägparkern gekommen. Bestehe diese Gefahr auch für Blankenese?
  • Der Gehweg müsse frei bleiben.

 

Herr Butenschön erläutert, dass die Marktbeschicker ohne Probleme den Marktplatz anfahren müssten, daher seien Aufpflasterungen oder andere Hindernisse kontraproduktiv.

Die Blankeneser Bahnhofstraße sei ein Geschäftsbereich. Anwohner hätten kein Anrecht auf einen öffentlichen Parkplatz.

Wenn es akut Probleme an den Kitas gebe, könnten Polizei und Amt eine Verkehrsschau vornehmen.

Die Stadtreinigung habe mit den Unterflurcontainern positive Erfahrungen gemacht. Dies reduziere die Mengen des beigestellten Mülls.

 

Herr Köster erklärt, dass die Führung r Blinde an Haus- und Mauerkanten verlaufen solle. Auf der Nord-West-Seite der Probst-Paulsen-Straße sei eine Anlieferzone vorgesehen.

Sitzgelegenheiten seien rund um die Bäume vorgesehen. Es gebe Richtung Blankeneser Bahnhofstraße keine gezielten Sichtachsen oder Überwege. Durch die Absenkung der Bordsteine auf 3 cm entstehe jedoch ein sich öffnender Eindruck. Gleichzeitig diene diese Gestaltung der subjektiven Sicherheit, weil jeder seinen Raum sehe.

So viele Stellplätze wie zu Stoßzeiten vor Kitas benötigt würden, könne es nicht geben. Am besten sei, wenn die Eltern und Kinder per Rad kämen.

 

Fragen und Anregungen zu weiteren Themenaspekten

  • Der gelbe Klinker werde bei Frost schnell sehr glatt, da seien andere Steine empfehlenswerter.
  • Wie hoch seien die Kosten und gebe es Aussicht auf Realisierung?
  • Seien öffentliche Toiletten vorgesehen?
  • Der SPD Ortsverein stehe voll hinter dem Konzept. Dies sei ein breiter Konsens gewesen.
  • Der CDU Ortverband befürworte die Planungen. Nur bei breiter Zustimmung gebe es die Möglichkeit, Mittel einzuwerben.

 

Herr Butenschönhrt aus, dass bei einem Vorentwurf die Kostenschätzungen erstmal auf Einheitswerten basierten. Das Bezirksamt schätze die Kosten auch nach Erfahrungen anderer Plätze auf 1,5 Millionen Euro. Bisher habe das Amt den politischen Auftrag abgearbeitet. Nach der Anhörung könnte es eventuell einen neuen politischen Auftrag geben. Es käme darauf an, wie groß der Druck sei, dass etwas entstehe und Mittel akquiriert würden. Jedoch sei nicht in den nächsten beiden Jahren damit zu rechnen.

Die Behörde für Umwelt und Energie plane gerade eine Neuausrichtung zum Thema Toiletten. Daher sei am Markthaus keine barrierefreie Toilette vorgesehen.

 

Herr Köster stellt fest, dass es auch Klinker mit anderen Oberflächen gebe. Er nähme die angesprochenen Aspekte aber mit auf. Die Planungen hätten noch nicht die Detailtiefe, um die inklusiven Fragen jetzt schon beantworten zu können.

 

Die Quartiersmanagerin von Blankenese weist darauf hin, dass der Stadtteil einen Ruck benötige, um dauerhaft konkurrenzfähig zu sein. Sie appelliert daher, das große Ganze im Auge zu behalten und sich nicht in Details zu verrennen. Es bestünden Kontakte mit den Parkraumbewirtschaftern, um die Dauerparker zu verlagern. Die Pläne würden unterstützt.

 

Ein Vertreter des Blankeneser Bürger-Vereins (BBV) hrt aus, dass das Ergebnis unterstützt werde. Hinsichtlich des Markthauses habe es Gespräche mit Kauf- und Marktleuten gegeben, daraus sei ein Grundkonzept entstanden. Dies sei ein erster Schritt und der BBV sei offen für Diskussionen. Dazu könnten Interessierte einen Flyer erhalten. Es lohne sich, über ein Gemeinschaftshaus mit variabler Funktion nachzudenken.

 

Auf Nachfrage von Herrn Köster sprechen sich etwa 96 Prozent der Besucher dafür aus, das Konzept auf dieser Grundlage weiter zu entwickeln.

 

Stellungnahmen der Fraktionen

Frau Naujokat lobt die breite Beteiligung von den Marktbeschickern bis hin zur Kirche. Nun gelte es, die Ideen in die Praxis umzusetzen. Ein barrierefreier Markt mit Sichtachsen und als Anlaufpunkt werde unterstützt. Die meisten hätten sich dafür ausgesprochen, dass der Marktplatz autofrei bleibe und es sei klar, dass es zur Bewirtschaftung nicht nur positive Meinungen gebe. Für ein Bewohnerparken werde aber keine Grundlage gesehen. Nun müssen ein Arbeits-, Zeit- und Kostenplan erstellt werden. Die Hinweise zur Kita und zu den Schrägparkplätzen würden in die weiteren Überlegungen einfließen.

 

Frau Blume schließt sich in vielen Punkten an und erläutert dazu, es sei das klare Signal angekommen, dass etwas passieren solle. Die berechtigten Einwände sollten besprochen werden. Die Frage der Finanzierung sei eine wesentliche, die es noch zu lösen gelte. Dies könne der Bezirk jedoch nicht alleine.

 

Herr Klanck sieht den starken Wunsch, dass die Ideen nun auch in die Praxis umgesetzt würden. Dabei könnten nicht alle Wünsche gleichermaßen berücksichtigt werden und es könne nur schrittweise vorangehen. Er schlage vor, die Schrägparker ggf. umzudrehen und sie Richtung Markt zu sortieren.

 

Herr Strasser stellt fest, die Grundrichtung sei positiv zur Kenntnis genommen worden. Einige Diskussionspunkte gebe es sicherlich noch. Er stehe einer Bewirtschaftung skeptisch gegenüber und habe die Sorge, dass dies ein Abkassiermodell werde und die Anwohner und Arbeitnehmer gängele. Nach Wegen der Finanzierung müsse nun zügig gesucht werden.

 

Herr Flemming zeigt sich beeindruckt vom Langmut der Blankeneser, die verschiedenen Vorschläge zu erarbeiten. Die Aufwertung des Marktplatzes sei gewünscht, auch wenn noch vieles unklar sei. Es könnte auch überlegt werden, bei Realisierung den Marktplatz entsprechend zu benennen, bisher sei er im Stadtplan nur ein Straßendreieck.

 

Herr Batenhorst begrüßt grundsätzlich die Pläne und es habe sich gezeigt, dass etwas geschehen müsse. Die Situation des Markthäuschens, der Toiletten und Container sei zurzeit kein Zustand. Sitzplätze seien sinnvoll. Die Anzahl der Parkplätze für die Einzelhändler dürfe auf keinen Fall reduziert werden. Hingegen sei es gut, die Dauerparker zu verlegen.

 

Herr Zaage bedankt sich bei den Besuchern für den konstruktiven Verlauf und die zahlreichen Anregungen. Er weist darauf hin, dass die Auswertung in einer der nächsten Sitzungen des Verkehrsausschusses nach der Sommerpause erfolge.