Bezirksversammlung Altona

Auszug - WillkommensKulturHaus Vorstellung durch die Christianskirchengemeinde  

 
 
Sitzung des Sonderausschusses Flüchtlinge
TOP: Ö 2
Gremium: Sonderausschuss Flüchtlinge Beschlussart: (offen)
Datum: Di, 13.06.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:00 - 20:05 Anlass: Sitzung
Raum: Willkommenskulturhaus der Kirchengemeinde Ottensen
Ort: Bernadottestraße 7, 22763 Hamburg
 
Protokoll

Herr Howaldt, Pastor in der Christianskirchengemeinde,hrt aus, aus dem früheren Gemeindehaus Ottensen sei nun das WillkommensKulturHaus geworden. Seit vielen Jahren gebe es in der Gemeinde bereits ein Engagement für Flüchtlinge. Aus diesem Engagement habe sich auch der Fluchtpunkt“ gegründet.

 

2013 sei mit den sogenannten „Lampedusa-Flüchtlingen“ der Wandel zum WillkommensKulturHaus begonnen worden. Da die Geflüchteten damals im Winter nicht mehr in der Gemeinde St. Pauli haben unterkommen können, seien Container auf dem Kirchhof am Klopstockplatz aufgestellt worden, um die Flüchtlinge aufzunehmen.

 

Die Unterbringung sei jedoch nur ein Aspekt. Ebenso wichtig seien auch Integrationsarbeit und Begegnungen, insbesondere mit Angeboten für Kinder und Jugendliche.

Als Grundlage r eine gute Integration sei das Erlernen der Sprache notwendig. Die Schule ohne Grenzen sei 2013 gegründet worden und seitdem stark gewachsen. Es gebe viele Ehrenamtliche, die sehr professionell arbeiteten, beispielsweise Ruheständler aus dem schulischen Bereich. Derzeit würden 60-70 Schüler unterrichtet.

In Zusammenarbeit mit der Volkshochschule könnten die Flüchtlinge notwendige Sprachzertifikate erwerben. Die Schule werde vormittags und nachmittags genutzt.

Jeder nne unabhängig vom Aufenthaltsstatus die Kurse besuchen.

 

Er vertrete die Ansicht, der Auftrag ende nicht beim Sprachunterricht. Ganzheitliche Hilfe sei ebenso wichtig wie der karitative Aspekt. Integration sse in zivilgesellschaftlichen Zusammenhängen über die Eingliederung in eine Arbeit hinaus erfolgen.

Es spielten auch jeweils die individuellen Geschichten von Fluchtursachen, Erfahrungen etc. eine Rolle. Mit diesen Aspekten müsse sich ebenfalls auseinander gesetzt werden.

 

Interkulturelle Begegnungen in dem Haus würden beispielsweise durch Treffen, Kochen oder auch gemeinsames Singen ermöglicht. Thematisiert werde auch der jeweilige Hintergrund der Herkunftsländer der Geflüchteten.

 

r die geschilderten Vorhaben sei die Akquise von finanziellen Mitteln für zwei halbe Stellen erfolgt.

 

Er führt abschließend auf Nachfragen von Ausschussmitgliedern aus, momentan sei eher die Schule der Schwerpunkt. In der „Szene“ habe diese einen guten Ruf, Flüchtlinge men immer wieder und brächten Freunde und Bekannte mit. Es gebe zwar nicht viele Unterkünfte in der Nähe, aber die Bekanntmachung erfolge vonMund zu Mund“ in den Unterkünften/ Kooperationen.

 

Im letzten Jahr habe es ein Schul-Sommerfest gegeben. Die offizielle Eröffnung des WillkommensKulturHauses solle erst am 22.09.2017 ab 18:00 Uhr erfolgen. Die Einladungen hierzu folgten noch.

 

Frau Wolff und eine weitere Vertreterin der Christianskirchengemeinde ergänzen, sie seien zuständig für die Initiierung der künftigen Projekte des WillkommensKulturHauses. Für den Anfang sei ein interkultureller Garten angelegt worden. Nachbarn und Geflüchtete tten diesen hergerichtet.

Ein Bürger habe den Vorschlag gemacht, aus alten Paletten bel zu bauen. Dies habe bereits stattgefunden. Derzeit würden die Vorschläge und Impulse vieler Leuten gesammelt. Im Hintergrund stehe die Aufgabe, wie Begegnung in Aktivitäten und die Integration in die Gesellschaft praktisch umgesetzt werden könnten.

Mit dem Eisladen in der Fischersallee werde im Sommer ein Projekt namensone for you“ durchgeführt. Kunden sollten dann ein Eis kaufen und zwei bezahlen. Die Geflüchteten könnten sich dann gelegentlich ein Eis abholen.

Das Haus biete viel Freiraum und solle künftig mehr genutzt werden. Es gebe großes Interesse von Nachbarn und Gemeindemitgliedern, sich einzubringen. Zugang bestehe auch für Geflüchtete und Menschen mit Migrationshintergrund, um diese in die Gemeinschaft einzubeziehen und ihnen ein interkulturelles und interreligiöses „Zuhause“ zu bieten und Perspektiven zu schaffen.

 

Auch gebe es beispielhaft folgendes Projekt: Ein afghanischer Bauer, der schön länger in Deutschland lebe, habe sich mit der Agrargeschichte seines Landes befasst und halte Vorträge, um die dortige Problematik bekannt zu machen. So werde das ursprünglich in Afghanistan genutzte mehrjährige Saatgut gegen solches ausgetauscht, das nur einmal wachse - dies führe unter anderem zur Zerstörung der Saatkultur.

Diese Geschehnisse lägen in der Mitverantwortung von europäischen Ländern.