Bezirksversammlung Altona

Auszug - Information zum Planungsstand Umbau Harkort- und Präsident-Krahn-Straße  

 
 
Sitzung des Verkehrsausschusses
TOP: Ö 2
Gremium: Verkehrsausschuss Beschlussart: (offen)
Datum: Mo, 04.12.2017 Status: öffentlich/nichtöffentlich
Zeit: 18:02 - 20:02 Anlass: Sitzung
Raum: Sitzungsraum des Technischen Rathauses (EG)
Ort: Jessenstraße 1, 22767 Hamburg (Zugang über Nebeneingang Jessenstraße, Ecke Virchowstraße)
 
Protokoll
Abstimmungsergebnis

Harkortstraße

 

Herr Gause (Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer, LSBG) erläutert, dass nach der 1. Verschickung die Stellungnahmen soweit technisch umsetzbar eingearbeitet worden seien. Die Schlussverschickung sei für die nächsten Wochen vorgesehen. Für die Bürger solle es in der zweiten Januar-Hälfte eine Informationsveranstaltung geben.

 

Herr Mühlenbeck (Masuch + Olbrisch Ingenieurgesellschaft) zeigt eine Präsentation (Anlage) zu den Unterschieden, die sich seit der 1. Verschickung ergeben hätten. Darüber hinaus erläutert er:

  • Inzwischen sei das Holstenquartier mit eingeblendet und die Theodor-Haubach-Schule in doppelter Größe vorgesehen. Zudem gelte es, die Bedürfnisse einer Wohngemeinschaft für blinde und sehbehinderte Menschen zu berücksichtigen.
  • Gegen die schmale Mittelinsel habe es vehementen Widerstand der Hochbahn gegeben, weil ein Überholen der Radfahrer dort nicht möglich sei. Daher werde auf den gepflasterten Mittelstreifen im Südbereich verzichtet und es gebe breitere Gehwege. Zudem bleibe mehr Grün erhalten.
  • Es seien mehr Fußngerüberwege an der Harkortstraße vorgesehen. Im Abstand von 70-190 Metern sei jeweils eine Querungsmöglichkeit vorhanden.
  • Von den Bürgern sei im Bereich des Parks aufgrund des hohen Querungsverkehrs durch Schüler der beiden Schulen eine Fußngerlichtsignalanlage gefordert worden. Diese sei noch in Prüfung, werde wohl aber befürwortet. Über die Schaltung und möglichst wenig Wartezeit werde noch diskutiert. Es sei nicht möglich, im Bereich des Parks anstelle der Ampel zwei Zebrastreifen zu planen, dafür sei der Abstand zu gering.
  • Im Nordbereich auf Höhe der Kita werde es eine breitere Mittelinsel mit Bäumen geben und zudem Fahrradschutzstreifen. In einem Tempo-30-Abschnitt sei dies möglich und es sei Ansichtssache, ob dies sicherer gegenüber dem Mischverkehr sei. Die Mittelinsel werde für die Bäume benötigt.
  • Noch weiter gen Norden würden Radfahrstreifen vorgesehen.

 

Mehrere Ausschussmitglieder begrüßen, dass nun mehr Grünfläche erhalten bleibe und weniger Bäume gefällt würden.

 

Herr Schmuckall betont, er sehe die Fußngerampel skeptisch.

 

Herr Sülberg befürwortet die Radfahrstreifen im nördlichen Bereich.

 

Frau Hartmann spricht sich gegen Fahrradschutzstreifen aus. Stattdessen sollten die Zeichen deutlicher gemacht werden. Ein Bürger befürwortet Mischverkehr, da der Abstand beim Überholen der Radfahrer im Schutzstreifen zu knapp sein könne.

 

Zum Zeitplan führt Frau Fromm (LSBG) aus, die Schlussverschickung solle so erfolgen, dass die notwendigen Baumfällungen noch in dieser Fällsaison vorgenommen werden könnten. Im nördlichen Bereich sei es eventuell auch ausreichend, erst ab Herbst 2018 zu fällen. Ausnahmegenehmigungen sollten vermiedern werden.

Durch das Holstenquartier werde sich der Bereich in den nächsten Jahren noch weiter entwickeln. Es werde sich zeigen, ob dann noch weitere Übergänge erforderlich seien.

 

Herr Mühlenbeck berichtet, vor Beginn der Baumaßnahmen für die Mitte Altona hätten 58 Bäume an der Harkortstraße gestanden. In dem Zuge seien bereits 24 Bäume gefällt worden. Für die Baumaßnahme Harkortstraße kämen 11 und für die Erschließung des Holstenquartiers 5 hinzu. Es seien 59 Neupflanzungen vorgesehen.

 

Knoten Harkortstraße/ Julius-Leber-Straße/ Präsident-Krahn-Straße

 

Herr Gause erläutert, dass die Kreuzung kompakter gestaltet werden solle (Anlage). Es gelte, den Radverkehr besser zu führen und die Bedarfe für die Abbiegebeziehungen zu verändern. So solle aus dem Lessingtunnel ein Linksabbieger zur Verfügung gestellt werden, dafür müssten sich Geradeausverkehr und Rechtsabbieger eine Spur teilen. Bislang höre der Radfahrstreifen vor der Kreuzung auf, nach dem Umbau solle der Radverkehr Fläche und Signalisierung bekommen.

Die Maßnahme werde in dem Zeitraum vorgenommen, wenn zwischen März und Oktober 2019 ohnehin der Lessingtunnel gesperrt sei. Durch die Verschwenkung der Kreuzung Richtung Norden müsse ein Baum gefällt werden. Der Umbau des Tunnels erfolge 2024 nach dem Verlegen des Fernbahnhofes.

 

Herr Schmuckall schlägt vor, den Wunsch des Knotenumbaus in 2019 per Beschluss zu betonen.

 

Auf Nachfrage berichtet Herr Gause, es sei eingeplant, dass die Harkortstraße als Umleitung für Diesel-Fahrzeuge vorgesehen werde. Bei 3.000 Fahrzeugen täglich, davon 120 Schwerverkehr, habe dies jedoch keinen Einfluss auf die Bemessungsgrenzen, die deutlich höher lägen.

 

Präsident-Krahn-Straße

 

Herr Gausehrt aus, nach dem Umbau des Knotens sei die Umgestaltung der Präsident-Krahn-Straße vorgesehen.

 

Herr Lehmann (Büro LEHNE ing.) erläutert zur Präsentation (Anlage), dass die große Veränderung erst nach der Verlegung des Fernbahnhofs erfolgen nne, wenn auch der Bereich für die Autoverladung nicht mehr benötigt werde. Der untere (nördliche) Abschnitt sei ausreichend breit für den Radverkehr, der obere nicht. Daher sei die Variante mit den Radverkehrsstreifen nicht weiter verfolgt worden. In dem Gebiet herrsche ein hoher Parkdruck, insofernrde sich bei einem Umbau der Schräg- in Längsparkplätze die Problemlage insgesamt erhöhen.

Im unteren Abschnitt solle eine Asphaltierung erfolgen. Des Weiteren werde der Radverkehr über die Nebenfläche der Verladefläche geführt. Dies sei ein Provisorium bis zur Fernbahnhofsverlagerung. Die Radfahrer würden auch jetzt schon die Strecke nutzen und hätten am Knoten keinen Anschluss. Tempo 30 bleibe bestehen.

 

Frau Botzenhart regt an, mit der Bahn Gespräche zu führen, ob alle Spuren für die Autoverladung benötigt würden.

 

Frau Fromm schildert, dies könne aufgenommen werden. Allerdings bestehe die Gefahr von Schleichverkehr und einer Zunahme der Rechtsabbieger an der Kreuzung Julius-Leber-Straße, wenn die Präsident-Krahn-Straße zu großgig ausgebaut werde.

 

Herr Lehmann ergänzt, eine Verbreiterung von etwa 50cm sei noch möglich. Aber es sollten nicht zwei Fahrzeuge aneinander vorbeipassen, da sonst neue Probleme entstünden. Die Planung sei ein Kompromiss.

Anlagen:  
  Nr. Name    
Anlage 1 1 TOP 2 Praesentation_Harkortstraße (9950 KB)      
Anlage 2 2 KP Harkort - Julius-Leber-Straße (1083 KB)      
Anlage 3 3 Präsentation Präsident-Krahn-Straße (3945 KB)      

Der Verkehrsausschuss empfiehlt der Bezirksversammlung einstimmig, folgenden Beschluss zu fassen:

 

Die Bezirksversammlung fordert die Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation gemäß § 27 BezVG auf, beim Umbau des Kreuzungsbereiches Lessingtunnel/ Präsident-Krahn-Straße/ Harkortstraße bereits 2019 einen durchgängigen Fahrradstreifen im Lessingtunnel (zu Ungunsten des motorisierten Individualverkehrs, der auf einen Fahrstreifen reduziert wird) vorzusehen.