Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-2788.2  

 
 
Betreff: Sülldorfer Kirchenweg - Klares Verfahren für eine ordentliche Lösung
Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses
Status:öffentlichDrucksache-Art:Beschlussempfehlung öffentlich
  Bezüglich:
XIX-2788
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
13.06.2013 
Sitzung des Hauptausschusses vertagt   
11.07.2013 
Sitzung des Hauptausschusses geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Die geplante Grundinstandsetzung bzw. streckenweise erstmalige endgültige Herstellung des Sülldorfer Kirchenwegs sorgt für kontroverse Diskussionen. Die von der Bezirksversammlung im Jahr 2012 beschlossene aktive Beteiligung der Anwohner hat zwar deutlich die Wünsche und Vorstellungen der Bürgerinnen und Bürger herausgearbeitet, es gibt jedoch bislang keinen erkennbaren tragfähigen Kompromiss zwischen der Fachplanung und den Anwohnern.

 

Wie immer, wenn ein vorhandener Raum neu überplant wird, gilt es, die unterschiedlichen Interessen gegeneinander abzuwägen und eine Lösung zu finden, die nicht nur fachlichen Ansprüchen genügt, sondern auch den Menschen vor Ort gerecht wird.

 

Der Sülldorfer Kirchenweg zeichnet sich als historische Wegeverbindung zwischen dem Geestdorf Sülldorf und dem Fischerdorf Blankenese durch einen Ortsbild prägenden Baumbestand aus. Diesen Charakter gilt es zu bewahren. Gleichzeitig übernimmt die Straße eine verbindende Funktion zwischen zwei Stadtteilen und gilt im Strategischen Verkehrsnetz als Notfallstrecke. Außerdem fährt durch die Straße ein Metrobus. Durch den Umbau der Straße soll die Sicherheit von Fußgängern und Fahrradfahrern verbessert werden, insbesondere für Schulkinder auf dem Weg zum Marion Dönhoff Gymnasium.

 

Fest steht, dass eine schlichte Erneuerung des jetzigen Straßenbelages nicht ausreicht. Der bauliche Zustand der Deckschicht und der darunter liegenden Tragschichten lässt eine einfache Instandsetzung nicht mehr zu. Die Straße entspricht zudem nicht mehr den Kriterien, die heute, insbesondere mit Blick auf Radfahrer, Fußgänger und öffentlichen Nahverkehr, gefordert sind.

 

Es gilt eine angemessene Lösung zu entwickeln, die auf allen Seiten Akzeptanz findet. Es wurde deutlich, dass insbesondere ein Fahrbahnquerschnitt (Asphaltbreite) von acht Metern für eine Straßen mit nicht eindeutig zu bestimmenden Querungsströmen in einem reinen Wohngebiet nicht angemessen ist.

 

 

 

 

 

 

 

Der Verkehrsausschuss empfiehlt dem Hauptausschuss, folgenden Beschluss zu fassen:

 

1.      Das Bezirksamt wird gem. § 19 BezVG aufgefordert, für den Abschnitt des Sülldorfer Kirchenweges zwischen Fruchtweg und Willhöden eine Neuplanung in Auftrag zu geben, welche folgende Eckpunkte verfolgt:

a.      Die Fahrbahnbreite soll gem. den Vorgaben aus den Planungshinweisen für Stadtstraßen, Teil 3 Querschnitte, 6,50 m nicht überschreiten. Damit werden die Mindestabmessungen für den Linienverkehr eingehalten, die Bestandsbreite des Sülldorfer Kirchenweges (5,00 bis 6,00 m) nur geringfügig erweitert.

b.      Die Gehwegflächen sind im Regelfall mit einer Breite von 2,00 m auszuführen. Im Ausnahmefall (z.B. Baumbestand, Bushaltestellen) können diese auf 1,50 m reduziert werden.

c.      Auf die Inanspruchnahme von privaten bzw. privat genutzten Flächen soll weitgehend verzichtet werden.

d.      Die Ergebnisse aus der Prüfung gem. Ziffer 4 dieses Antrages sollen vor Auftragsvergabe abgewartet werden, um entsprechend den Ausbauumfang definieren zu können.

 

2.      Die so erarbeitete Planung ist im Rahmen eines Sicherheitsaudit durch ein externes Büro zu überprüfen. Der Auftrag soll auch die Vorstellung einer (ggf. modifizierten) Planung vor Ort einschließlich einer moderierten Veranstaltung umfassen.

 

3.      Mit Blick auf § 33 BezVG sollen Kinder und Jugendliche als Experten in eigener Sache besonders beteiligt werden. Das Bezirksamt wird gebeten, in Zusammenarbeit mit dem Marion Dönhoff Gymnasium einen entsprechenden Rahmen zu schaffen. Die Ergebnisse sollen nach Möglichkeit in die Planungen integriert und im Rahmen der Veranstaltung nach Ziff. 2 vorgestellt werden.

 

4.      Die Behörden für Stadtentwicklung und Umwelt sowie Wirtschaft, Verkehr und Innovation werden vor dem Hintergrund der Funktion des Sülldorfer Kirchenweges insbesondere als hochfrequentierter Schulweg und den topografischen Gegebenheiten gem. § 27 BezVG um Prüfung folgender Optionen gebeten:

a.      Ausweisung einer innerstädtischen Geschwindigkeitsbegrenzung vom Tempo 30 (Vz. 274) unter Aufrechterhaltung der Vorfahrtsstraße alternativ sowohl für den gesamten Bereich zwischen B431 und Blankeneser Bahnhof als auch für einen Teilbereich zwischen südlich Siebenbuchen und nördlich Friedhofseingang (Fruchtweg).

b.      Aufnahme des Straßenabschnittes zwischen Sülldorfer und Blankeneser Bahnhof in das Tempo-30-Zonen-Netz.

c.      Bei beiden Prüfungen sollen die Auswirkungen auf den Busverkehr unter Beteiligung von VHH bzw. HVV geprüft und bewertet werden.

 


Petitum:

Der Hauptausschuss wird stellvertretend für die Bezirksversammlung um Zustimmung gebeten.

 


Anlage/n:

ohne

 

Stammbaum:
XIX-2788   Sülldorfer Kirchenweg - Klares Verfahren für eine ordentliche Lösung Dringlicher Antrag der Fraktionen von SPD und GRÜNE (2. Neufassung) Neufassung der Drucksache XIX-2613 (1. Neufassung)   Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   Antrag öffentlich
XIX-2788.2   Sülldorfer Kirchenweg - Klares Verfahren für eine ordentliche Lösung Beschlussempfehlung des Verkehrsausschusses   Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   Beschlussempfehlung öffentlich