Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-2878  

 
 
Betreff: Bezirkliches Kunstrasenprogramm für Altona
Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 28.03.2013
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsdrucksache öffentlich
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Hauptausschuss
11.07.2013 
Sitzung des Hauptausschusses zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport
20.08.2013 
Sitzung des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport zur Kenntnis genommen   
Bezirksversammlung
22.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung vom 28.03.2013 einstimmig anliegende Drucksache XIX-2408 beschlossen.

 

Das Bezirksamt Altona hat hierzu mit Schreiben vom 09.07.2013 wie folgt Stellung genommen:

 

Im Bezirksamt Altona gibt es 18 öffentliche Sportanlagen mit insgesamt 30 Groß- und vier Kleinspielfeldern. Von diesen 30 Großspielfeldern sind sechs Plätze mit Kunstrasen, 12 Plätze mit Rasen und 16 Plätze mit Tennenbelag ausgestattet (siehe Anlage 1).

 

In 2012 hat in der Zeit vom 20.08. bis zum 02.11.2012 eine Bestandsaufnahme des baulichen Zustandes aller öffentlichen Sportplätze in Hamburg stattgefunden. Die Ergebnisse wurden in einem Bericht, dem sogenannten Pflegezustandsbericht 2012, zusammengefasst. Dieser Bericht ist im Internet veröffentlicht. Untersucht wurde die Bausubstanz auf dem Gebiet des Garten- und Landschaftsbaus in den Bereichen Sportflächenaufbau, Sportflächenbelag, Be- und Entwässerung sowie Tore, Ballfanggitter, Barrieren und Zäune. Im Ergebnis der Sportanlagenbewertung liegt demnach der Altonaer Mittelwert bei 84,90 %, welches eine gute Bausubstanz mit einer nahezu uneingeschränkten Nutzung ausweist. Im Vergleich dazu liegt der Hamburger Mittelwert bei 81,92%. Die Erhebung des baulichen Zustandes ist eine wichtige Grundlage für die Bildung von Investitionsschwerpunkten und die Entscheidung über Baumaßnahmen.

Hierfür stehen dem Sportbereich jährlich Mittel in Höhe von rd. 500.000 für die Unterhaltung und Bewirtschaftung aller bezirklichen Sportstätten zur Verfügung. Die verfügbaren Mittel reichten in den vergangenen Jahren schon nicht aus, um alle notwendigen Maßnahmen im Bereich Unterhaltung von Flächen und Gebäuden abzuwickeln. Das Bezirksamt hat in den vergangenen Jahren wiederholt darauf hingewiesen, dass ein strukturelles Defizit in Höhe von jährlich rd. 70.000 besteht. Die Auskömmlichkeit konnte bisher nur durch Umsteuerung aus anderen Titeln innerhalb der Rahmenzuweisung und Rücklagen aus den Vorjahren erreicht werden. Diese Tatsache bringt allerdings einen schleichenden Substanzverlust mit sich. Eine Aufstockung der Mittel ist nicht zu erwarten.

 

Über die Rahmenzuweisung hinaus erhält das Bezirksamt Mittel aus der Sanierungsoffensive Bau und Instandsetzung von Sportanlagen, die sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung von Sportanlagen zur Verfügung stehen. Ziel der in 2009 eingeleiteten Sanierungsoffensive, welche bis 2016 fortgesetzt wird, ist, den Sanierungsstau bei den Sportanlagen zu mildern. Das heißt, dass nur Maßnahmen für Sportanlagen berücksichtigt werden, die einer Instandsetzung bedürfen. Der Instandsetzungsbedarf lässt sich aus dem o.g. Pflegezustandsbericht ableiten.

 

Für eine Modernisierung von Sportflächen müsste nach Rücksprache mit dem Fachamt Bezirklicher Sportstättenbau im Bezirksamt Hamburg-Mitte gemäß den Erfahrungswerten pro Platz mit einer Summe in Höhe von ca. 500.000 für die Fläche und ca. weiteren 100.000 für eine Flutlichtanlage gerechnet werden. Hinzu kommen Planungskosten von ca. 20%. Eine Modernisierung der vorhandenen Sportflächen aus Mitteln der öffentlichen Sportverwaltung scheidet damit mangels verfügbarer Mittel aus.

 

Neben dem baulichen Zustand gibt es weitere Faktoren, die bei der Priorisierung von Maßnahmen mit in Betracht gezogen werden sollten und die auch bereits im Pflegezustandsbericht 2012 aufgeführt wurden. Diese sind:

 

?         Die Auslastung der Sportanlagen

 

Es macht keinen Sinn, der Instandsetzung von Anlagen Priorität einzuräumen, die nicht oder nur wenig genutzt werden oder etwa planungsbelastet sind.

 

?         Die Bedeutung von Sportanlagen im Sozialraum

 

Bei der Abwägung sollte berücksichtigt werden, ob eine Anlage von besonders wichtiger Bedeutung für den Sozialraum ist.

 

?         Finanzierung

 

Wenn für einen begrenzten Zeitraum die Möglichkeit besteht, Mittel außerhalb der Sportstättenetats (z.B. RISE, Förderung durch Bund oder EU, Mitfinanzierung durch Nutzer) zu erschließen, sollte dieses bei der Priorisierung beachtet werden.

 

Unter den o.g. Voraussetzungen können von dem Gesamtumfang der 30 Großspielfelder insgesamt 15 Sportflächen abgezogen werden, weil sechs Plätze bereits einen Kunstrasen haben und weitere neun Plätze planungsbefangen sind:

Für die Sportanlage Max-Brauer-Allee gibt es einen Beschluss der Bezirksversammlung, der besagt, dass der sanierungsbedürftige Tennenplatz noch in diesem Jahr einen Kunstrasen erhält. Die Plätze der Sportanlagen Baurstraße, Othmarscher Kirchenweg, Trenknerweg und Wichmannstraße sollen zu einem Sportpark Baurstraße zusammengelegt werden. Hintergrund ist, dass im Zuge der Mitfinanzierung zum Deckel A7 die Stadt Hamburg Sportanlagen als Verwertungsflächen für Wohnungsbau aufgeben wird. Die Sportflächen im neuen Sportpark Baurstraße (vier Großspielfelder und ein Jugendstadion) werden alle mit Kunstrasen ausgestattet. Des Weiteren wird die Verlagerung der Sportfläche Iserbarg zum Marschweg geplant. Im Zuge des Neubaus wird hier ebenfalls eine Kunstrasenfläche als Ersatz entstehen. Schließlich ist geplant, am Vorhornweg eine 2-Feldanlage mit Kunstrasen als Ersatzstandort für die Flurstraße und den Kleiberweg zu bauen. Hintergrund ist der wachsende Flächenbedarf der benachbarten Schule Luruper Hauptstraße.

 

Die verbleibenden 15 Sportflächen sind in einer vorläufigen Liste (s. Anlage 2) nach dem baulichen Zustand mit dem niedrigsten Prozentwert aufsteigend aufgeführt.

 

Für eine abschließende Erarbeitung eines Kunstrasenprogrammes für Altona werden neben dem Pflegezustandsbericht noch weitere Daten benötigt. Diese Daten werden zum September noch mit den Auslastungszahlen/Mannschaftsmeldungen vom Hamburger Fußballverband und Fakten aus den Sozialraumbeschreibungen ergänzt, um den Vorschlag des Bezirksamtes abzurunden.

 


Petitum:

 

Der Hauptausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten.

 


Anlage/n:

XIX-2408 BV-Beschluss vom 28.03.2013

Anlage 1: Übersicht Sportanlagen             

Anlage 2: Mögliche Kunstrasenplätze

 

Stammbaum:
XIX-2878   Bezirkliches Kunstrasenprogramm für Altona Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 28.03.2013   Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   Mitteilungsdrucksache öffentlich
XIX-2878.1   Bezirkliches Kunstrasenprogramm für Altona Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 28.03.2013   Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   Mitteilungsdrucksache öffentlich