Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-2889  

 
 
Betreff: Bürgerbegehren Hemmingstedter Weg
Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 28.02.2013
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsdrucksache öffentlich
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Planungsausschuss
07.08.2013 
Sitzung des Planungsausschusses zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Grün, Naturschutz und Sport
20.08.2013 
Sitzung des Ausschusses für Grün, Naturschutz und Sport zur Kenntnis genommen   
Bezirksversammlung
22.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung am 28.02.2013 einstimmig die Drucksache XIX-2364 beschlossen. Die betroffenen Fachbehörden haben hierzu entsprechend Stellung genommen (siehe anliegende Mitteilungsdrucksache XIX-2404.1).

 

Das Bezirksamt Altona nimmt mit Schreiben vom 28.06.2013 wie folgt Stellung:

 

Der geltende Bebauungsplan Osdorf 34 wird bezüglich der Sport- und Schulflächen nicht verändert.

 

Darüber hinaus wird in Abstimmung mit der Behörde für Inneres und Sport, dem Bezirksamt Hamburg-Mitte, der Behörde für Schule und Berufsbildung sowie der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt mitgeteilt, dass die zuständigen Behörden derzeit keine Verlagerung oder Verkleinerung der Sport- und Grünanlage am Hemmingstedter Weg planen. Die Möglichkeit der grundlegenden Neuordnung und Modernisierung der Sportflächen ist durch den Verzicht auf Wohnungsbau nicht mehr gegeben. Die Finanzierung hätte nur durch die Vermarktung realisiert werden können.

 

Die Sportanlage umfasst eine Bruttofläche von ca. 74.000 m². Davon sind ca. 30.000 m² per Sportrahmenvertrag an die Vereine Großflottbeker Tennis-, Hockey- und Golf-Club e.V., Hamburger Poloclub e.V. und Tennis- und Hockeyclub Rot-Gelb vergeben.

 

Eine Modernisierung der vorhandenen Sportflächen aus Mitteln der öffentlichen Sportverwaltung scheidet aus.

Für die Unterhaltung aller bezirklichen Sportstätten in Altona stehen jährlich Mittel in Höhe von rd. 500.000 zur Verfügung. Das Bezirksamt weist darauf hin, dass seit Jahren und damit auch im Jahr 2013, die Rahmenzuweisung unterveranschlagt ist. Das strukturelle Defizit beträgt 74.000 jährlich und kann nur durch eine Umsteuerung aus anderen Titeln innerhalb der Rahmenzuweisung und Rücklagen aus dem Vorjahr auskömmlich gehalten werden. Im Bereich der Gebäudeunterhaltung kann mit einem Etat von rd. 100.000 zwar die akute Schließung von Gebäuden verhindert werden, da nur unaufschiebare Reparaturen, wie z.B. bei Wasserrohrbrüchen, durchgeführt werden, jedoch erfolgt eine schleichende Substanzverschlechterung der Gebäude.

 

Über die Rahmenzuweisung hinaus erhält das Bezirksamt Mittel aus der Sanierungsoffensive für Bau und Instandsetzung von Sportanlagen, die sowohl für den Neubau als auch für die Sanierung von Sportanlagen zur Verfügung stehen. Die Sanierungsoffensive ist angedacht, um den Sanierungsstau bei den Sportanlagen zu mildern. Trotz der seit 2009 durchgeführten Maßnahmen besteht noch weiterer Sanierungsbedarf.

 

Bei der Sanierungsoffensive handelt es sich um ein Instandhaltungskonzept, d.h. hier können keine Maßnahmen für Sportanlagen berücksichtigt werden, die keiner Instandsetzung bedürfen. Der Sanierungsbedarf ergibt sich aus der Bewertung des baulichen Zustandes der Sportanlagen aus dem Jahre 2012, dem sogenannten Pflegezustandsbericht.

 

Die in der Anlage (XIX-2364) des Bürgerbegehrens vorgeschlagenen Modernisierungen bzw. vorgeschlagenen Umgestaltungen betreffen zum Teil Sportrahmenvertragsflächen, d.h. vereinseingene Sportanlagen. Hierbei handelt es sich um die Flächen mit der Bezifferung 2, 3, 5 und 8. Die Zuständigkeit für die Förderung solcher Anlagen einschließlich der veranschlagten Ressourcen ist zum 01. Januar 2013 auf den Hamburger Sportbund übergegangen.

Die Fläche mit der Bezifferung 1 weist den öffentlichen Parkplatz der Sportanlage aus, der tagsüber auch der Internationalen Schule zur Verfügung steht.

 

In der Zuständigkeit der Freien und Hansestadt Hamburg liegen lediglich die markierten Flächen 4, 6, 7 und 9 (incl. der nordwestlich gelegenen Fläche ohne Bezifferung). Die mit einem Kunstrasen ausgestattete Fläche 6 (ehemaliges Leistungszentrum Hockey) wurde 2006 modernisiert, alle anderen Flächen verfügen über Naturrasenbelag und befinden sich gemäß aktuellem Pflegezustandsbericht in einem gutem Zustand.

 

Die Fläche 9 und die nordwestlich angrenzende Fläche werden für American Football genutzt. Eine Verlagerung dieses Spiel- und Trainingsbetriebes auf eine andere, noch nicht näher definierte Sportanlage, war seinerzeit lediglich im Zusammenhang mit dem Wohnungsbauprojekt und der damit verbundenen Verkleinerung der Gesamtfläche im Gespräch und ist nicht mehr aktuell.     

 

Der Neubau einer Mehrzwecksporthalle wäre zudem nur dann zu realisieren, wenn die genannten Vereine sowohl die Investition als auch den dauerhaften Betrieb komplett finanzieren könnten. In Abhängigkeit der Ausstattung der Halle (Zuschauertribünen etc.) ist die Stellplatzfrage und auch die Erschließung (Zufahrten und Rettungswege) zu klären. Erfahrungsgemäß ist allein für den Bau einer Dreifeldsporthalle mit Kosten in Höhe von 5 Mio. zu rechnen.

 

Für eine Modernisierung der Sportflächen am Hemmingstedter Weg müssten nach Rücksprache mit dem Fachamt Bezirklicher Sportstättenbau im Bezirksamt Hamburg-Mitte nach ersten Schätzungen Mittel in Höhe von rd. 7.5 Mio. plus 20% Planungskosten eingeplant werden. Die Kostenschätzung setzt sich wie folgt zusammen:

 

Platz 3 aufblasbare Halle für Tennis und Hockey

 

250.000

 

Platz 5 Kunstrasen + Flutlichtanlage

 

500.000 + 100.000 = 600.000

 

Platz 7 Kunstrasen + Flutlichtanlage

 

500.000 + 100.000 = 600.000

Platz 9 Mehrzwecksporthalle

 

5.000.000

Sanierung und Ausbau Gebäude neben Platz 3 und 8

1.000.000

 

Weitergehende Aussagen zur Kostenkalkulation können erst gemacht werden, wenn eine konkrete Planung in Auftrag gegeben wird, die ebenfalls zu finanzieren wäre. Ebenso müssten Lärmschutz- und Lichtimmissionsfaktoren im Vorwege geprüft werden, da durch die witterungsunabhängige Nutzung von Kunstrasen und Flutlicht die Auslastung der Sportflächen ansteigen könnte. Z.Zt. wird die Sportanlage nur in der Sommersaison genutzt. In der Wintersaison findet der Trainings- und Spielbetrieb in der Halle statt.

 


Petitum:

 

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

 


Anlage/n:

XIX-2404.1 Mitteilungsdrucksache zum BV-Beschluss vom 28.02.2013