Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-2906  

 
 
Betreff: Willkommenskultur in Altona
Mitteilungsdrucksache zum Beschluss der Bezirksversammlung vom 28.03.2013
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsdrucksache öffentlich
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Ausschuss für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung
06.08.2013 
Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung zur Kenntnis genommen   
Bezirksversammlung
22.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Die Bezirksversammlung Altona hat in ihrer Sitzung am 28.03.2013 einstimmig anliegende Drucksache XIX-2395 beschlossen.

 

Das Bezirksamt Altona hat hierzu mit Schreiben vom 07.06.2013 wie folgt Stellung genommen:

 

Konzeptentwurf zur Umsetzung des BV-Beschlusses XIX-2395 - Willkommenskultur in Altonavom 28.03.2013  

 

Auszug aus dem Beschluss

Bei der zweiten Sitzung des Runden Tisches Integration am 29. November 2012 im Altonaer Rathaus wurden von einigen Teilnehmerinnen und Teilnehmern Vorschläge gemacht, wie in Altona mehr Menschen mit Migrationshintergrund zu einer Beteiligung an politischen Entscheidungen und zu einer intensiveren Nutzung öffentlicher Angebote motiviert werden können. Als einer der Schlüsselfaktoren wurde dabei die Weiterentwicklung der Willkommenskultur gesehen davon ausgehend, dass ein frühzeitiges Sich-Willkommen-Fühlen und ein Wissen über die Beteiligungs- und Engagementmöglichkeiten den Zugewanderten mehr Vertrauen und Motivation gibt, sich in den darauf folgenden Jahren gesellschaftlich und in politischen Prozessen zu engagieren. Da eine direkt an Zugewanderte gerichtete Kommunikation ansprechender ist und mehr Vertrauen gibt als schriftliche versandte Informationen, soll eine neue Veranstaltungsform entwickelt werden,  mit der die Erreichung oben genannter Ziele authentischer und effektiver unterstützt wird.

 

Umsetzung Punkt 1

Allen neu nach Altona kommenden Menschen aus anderen Ländern, von denen das Bezirksamt Kenntnis erhält, ist eine Information in einer geeigneten Landessprache zu übermitteln, in der auf wichtige

?      Organisationen,

?      Hilfesysteme,

?      Ansprechpartner und

?      Beteiligungsmöglichkeiten in Altona und in ihrem Quartier hingewiesen wird.

 

Das Bezirksamt ist nach längerer Überlegung über Umsetzungsmöglichkeiten zu dem Ergebnis gekommen, dass die Umsetzung und Gestaltung einer solchen Broschüre aus personellen und finanziellen Erwägungen nicht zu leisten ist. Eine Übermittlung an die neu nach Altona gezogenen Bürgerinnen und Bürger mit Migrationshintergrund ist nicht möglich, da das Fachamt für Einwohnerwesen nicht über eine entsprechende Datenlage verfügt. Es ist nicht möglich, die Gruppe der Neuzugezogene mit Migrationshintergrund aus den gesamten Anmeldungen herauszufiltern.

 

Unabhängig vom Migrationshintergrund erhält aber jede/r Altona Neu- Bewohnerin  bzw. Neu-Bewohner bei der An- oder Ummeldung in/nach Altona ein Willkommenspaket.

Dieses Paket beinhaltet:

?         Theatergutscheine

?         Die Broschüre Bürgerfreundliches Altona

?         Information über die Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs

?         Information über ökologische Stromanbieter in Hamburg

Zudem liegen im Fachamt Einwohnerwesen diverse Informationsbroschüren der Altonaer und Hamburger  Verwaltung, Freier Träger und sozialer Einrichtungen aus. Hier besteht Zugang zu Informationen über z. B. Beratung und Unterstützung für Familien in Altona, die Altonaer Gesundheitsgespräche und vieles mehr.

Diese Broschüren und Flyer werden derzeit vom Fachamt Sozialraummanagement auf herkunftssprachige Information gesichtet und es werden Möglichkeiten geprüft, z. B. Überschriften oder Einleitungstexte in Einwanderersprachen zu übersetzen.

 

Empfehlung

An Stelle einer Broschüre wird empfohlen, die für die neu nach Altona gezogenen Bürger und Bürgerinnen mit Migrationshintergrund wichtigen Organisationen und Einrichtungen zusammenzustellen und auf der Homepage des Bezirksamts zu veröffentlichen. Dabei sollen die wichtigsten Herkunftssprachen berücksichtigt werden.

Die Broschüre Der Bezirk Altona, deren Ausgabe bisher nur in deutscher Sprache erhältlich ist, wird für 2014 neu aufgelegt. Es wurde vereinbart, dass das Fachamt Sozialraummanagement bei der Redaktion der Broschüre hinzugezogen wird, so dass Aspekte, die zur Umsetzung des Beschlusses beitragen, berücksichtigt werden können.

Dabei entstehen Kosten, in noch nicht bekannter Höhe, für eine professionelle Übersetzung der Informationen auf der Homepage sowie für Teile der Broschüre Der Bezirk Altona.

 

Umsetzung Punkt 2

Allen neu nach Altona kommenden Menschen aus anderen Ländern, von denen das Bezirksamt Kenntnis erhält, werden in den jeweils folgenden sechs Monaten zu einem Willkommensabend in das Rathaus Altona eingeladen (zwei Abende insgesamt pro Jahr).

An diesem Abend werden:

?      Organisationen,

?      Hilfesysteme,

?      Ansprechpartner und

?      Beteiligungsmöglichkeiten im Bezirk Altona und seinen Stadtteilen vorgestellt.

 

Die Entwicklung der Willkommenskultur basiert auf einem Verständnis von Inklusion sowie der Anerkennung und Wertschätzung von Vielfalt. Sie zeichnet sich u. a. dadurch aus, dass Menschen anderer Muttersprachen ein barrierefreier Zugang zu Informationen gewährleistet wird.

 

Empfehlung

Mit mehrsprachigen Begrüßungsschildern im Rathaus Altona  und den Außendienststellen, sowie mehrsprachigen Informationen auf der Altonaer Homepage kann Transparenz über Angebote des Bezirksamtes, der Einrichtungen, der Institutionen und Organisationen hergestellt werden.

Es entstehen Kosten, in noch nicht bekannter Höhe, für eine professionelle Übersetzung der Informationen sowie die Entwicklung und Installation einer Beschilderung.

 

Zur Umsetzung einer Willkommensveranstaltung wird angesichts der bereits oben angesprochenen personellen und finanziellen Ressourcen vorgeschlagen, lediglich einen jährlichen Willkommenstag zu gestalten.

Angeregt wird eine Veranstaltung an einem Samstag von 11.00 Uhr bis 15.00 Uhr.

Die angestrebte Teilnehmerinnen- und Teilnehmerzahl umfasst circa 250 bis 300 Personen.

Die Einladung zur Teilnahme am Willkommenstag für die Neuzugewandertenin Altona sollte durch den Ausschuss für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung sowie die Verwaltung erfolgen. 

Die Einladung erfolgt öffentlich über z. B.

?         die Pressestelle des Bezirksamtes,

?         mehrsprachige Aushänge in

o        Der Ausländerabteilung,

o        Dem Fachamt Einwohnerwesen,

o        Dem Sozialen Dienstleistungszentrum,

?         Beiträge in den Wochenblättern,

?         Träger von Sprachkursen

 

Hierzu sind mehrsprachige  Einladungsflyer und Plakate zu entwickeln und zu drucken. (Die Kosten sind zu ermitteln.)

Zur Ermittlung der teilnehmenden Personen soll um telefonische Anmeldung oder eine Anmeldung per E-Mail gebeten werden. Dieses ist ggf. auch über die Altonaer Homepage zu organisieren.

Darüber hinaus sind diejenigen einzuladen, die sich seit Jahren in vielen Bereichen engagieren und eine Schlüsselfunktion in den Quartieren haben. Dies sind z. B. die Stadtteilmütter, die Zukunftslotsen, die Elternmultiplikatorinnen am Übergang von Schule zu Beruf, die Vertreterinnen und Vertreter der Elterninitiativen (z. B. Türkischer Elternbund) und weitere, die ihre Arbeit vorstellen können.

Diese Willkommensveranstaltung ist als ein Markt(verteilt auf den Kollegiensaal, den Flur und ggf. den Eingangsbereich) mit einem kleinen Rahmenprogramm angelegt, auf dem

?         migrantische Selbsthilfeorganisationen (MSO), das Integrationszentrum Altona, die Erstberatungseinrichtungen und die Träger der Sozialberatung ihre Angebote/ Projekte präsentieren.

?         Für das Handlungsfeld Beteiligung in Stadtteilbeteiligungsgremien sollten Gebietsentwickler, Gebietsbetreuer der Stadtteilentwicklung, Vertreterinnen und Vertreter der Stadtteilgremien sowie der politischen Fraktionen eingeladen werden.

?         Auch die Fachämter der Verwaltung, wie z. B. das Gesundheitsamt, die Kindertagesbetreuung, die Ausländerabteilung und das Jugendamt stellen ihr Angebotsspektrum vor.

?         Angebote von z. B. Kirchen und Moscheen können über die Vertreterinnen und Vertreter religiöser Einrichtungen dargestellt werden.

 

Kulturelles Rahmenprogramm:

Mit einem kulturellen Rahmenprogramm kann deutlich gemacht werden, dass eine Vielfalt der Kulturen in Altona willkommen ist und geschätzt wird. Das Rahmenprogramm ist so zu organisieren, dass Vielfaltsichtbar wird, aber nicht die Hauptaktion darstellt. Es empfehlen  sich zu Beginn der Veranstaltung, zwischendurch und zum Ende kürzere kulturelle Darbietungen. In Frage käme Musik, Cabaret etc. Die Teilnahme prominenter Persönlichkeiten aus dem Sportbereich, Film, . sind anzufragen.

 

Kulinarisches

Eine Einladung an die Bewohnerinnen und Bewohner mit Migrationshintergrund bedeutet,  dass Kleinigkeiten zum Essen und Trinken zur Verfügung gestellt werden sollten. Um die Kosten und den organisatorischen Aufwand überschaubar zu gestalten, wird empfohlen, Getränke (Kaffee, Tee, Wasser) und Fingerfood und ggf. Kuchen  anzubieten.

 

Die Veranstalter der Willkommensveranstaltung sind die Bezirksversammlung Altona und das Bezirksamt. Da dieser Beschluss auf das Ergebnis des Runden Tisches Integration Leben in Altonazurückzuführen ist, sind die Akteure des Runden Tisches in die konzeptionelle Vorbereitung und tatsächliche Umsetzung der Veranstaltung einzubeziehen.

 

Für die Ausrichtung dieser Veranstaltung müssen Mittel i. H. v. ca. 3.000 für Übersetzungskosten, Druck von Flyern und Plakaten, sowie für Kultur und Catering aus Politik- bzw. Repräsentationsmitteln der Bezirksversammlung zur Verfügung gestellt werden. Da ab Sommer 2014 die Stelle der Integrationsfachkraft gestrichen ist, müssen für die Weiterführung der Willkommensveranstaltung in den Folgejahren ab 2014 zusätzlich Honorarkosten zur Koordination, Organisation und Umsetzung der Veranstaltung i. H. v. ca. 2.000 eingeplant werden.

 

Alternativ zu dem oben beschriebenen Veranstaltungsformat besteht die Möglichkeit, die Willkommensveranstaltung an einem Freitagnachmittag, für ca. zwei Stunden mit etwa 30 bis 50 Personen, durchzuführen. Dieses Veranstaltungsformat wäre in erster Linie auf Sprache ausgerichtet, könnte themenspezifisch oder auf reinen, face to face, Informationstransfer ausgerichtet sein.

Als in seiner Wirkung nachhaltiger und öffentlichkeitswirksamer wird das erst beschriebene Veranstaltungsformat eingeschätzt.

 


Petitum:

 

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

 


Anlage/n:

XIX-2395 BV-Beschluss vom 28.03.2013