Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-2972  

 
 
Betreff: Soziale Realitten anerkennen, Luruper Grundschulen in ihrer Arbeit strken
Mitteilungsdrucksache zum Beschluss des Hauptausschusses vom 11.07.2013
Status:ffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsdrucksache ffentlich
Federfhrend:Geschftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Ausschuss fr Kultur und Bildung
13.08.2013 
Sitzung des Ausschusses fr Kultur und Bildung zur Kenntnis genommen   
Bezirksversammlung
22.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   
Jugendhilfeausschuss
02.09.2013 
Sitzung des Jugendhilfeausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Altona hat in seiner Sitzung am 11.07.2013 stellvertretend fr die Bezirksversammlung einstimmig anliegende Drucksache XIX-2845 beschlossen.

 

Die Behrde fr Schule und Berufsbildung hat hierzu mit Schreiben vom 01.08.2013 wie folgt Stellung:

 

Zu 1. und 2.:

 

Der bei der Neuberechnung des Sozialindex fr jede Schule errechnete Belastungswert stellt einen relativen Wert im Vergleich zu allen anderen Schulen dar. Die Schulen werden in einer Rangreihe aufsteigend nach ihren Belastungswerten angeordnet. Die Position einzelner Schulen in dieser Rangreihe kann sich im Vergleich zu ihrer Rangreihenposition bei frheren Untersuchungen zum Sozialindex verndert haben. Zu bercksichtigen ist dabei ferner, dass eine direkte Vergleichbarkeit der alten und neuen Sozialindizes aus mehreren Grnden nicht gegeben ist:

 

-          Es wurden bei den Berechnungen des Sozialindex aufgrund methodischer Weiterentwicklungen unterschiedliche statistische Verfahren angewendet, 2005 und 2008 eine Skalierung auf Basis der Item-Response-Theory (IRT) und fr die aktuellen Indizes eine konfirmatorische Faktorenanalyse. Fr die Berechnung bedeutet dieser Unterschied, dass in der IRT-Skalierung alle Variablen in gleicher Gewichtung in den Index einflieen. Dagegen gehen bei dem aktuell verwendeten Verfahren der konfirmatorischen Faktorenanalyse die Merkmale mit unterschiedlicher Gewichtung, in Abhngigkeit ihrer Vorhersagekraft fr die Bestimmung sozialer Belastung, in die Berechnungen ein. Dies erlaubt eine przisiere Schtzung der Belastung.

-          Bei den letzten Aktualisierungen wurde der Sozialindex im Zusammenhang mit den KESS-Studien erhoben. Dabei handelt es sich um Leistungsvergleichsstudien, in denen je ein Jahrgang untersucht wird. Um fr den aktualisierten Sozialindex ein reprsentativeres Abbild der Schulen zu zeichnen, wurde die Stichprobe erweitert, statt wie bisher ein Jahrgang wurden zufllig mehrere Klassen der Jahrgnge 3 und 4 in Grundschulen und 5 bis 9 in weiterfhrenden Schulen fr die Befragung ausgewhlt.

-          Es wurden zum ersten Mal amtliche Daten auf Ebene der Wohnorte (Statistische Gebiete) aller Schlerinnen und Schler jeder Schule einbezogen.

-          Es wurden die Variablen zur Berechnung des Index ausgewhlt, die fr die zugrunde liegende Dimension der sozialen Belastung die grte Vorhersagekraft besitzen. Dadurch kam es zu einer zum Teil vernderten Variablenauswahl im Vergleich zu den letzten Aktualisierungen.

-          In den Jahren nach den letzten Aktualisierungen des Sozialindex gab es in der Hamburger Schullandschaft diverse schulstrukturelle Vernderungen, die Auswirkungen auf die Zusammensetzung der Schlerschaft an den Schulen hatten.

 

Zunchst wird auf die Sozialindizes des Bezirkes Altona eingegangen (I). Danach wird die Prfung der Plausibilitt der Sozialindizes der drei genannten Schulen dargestellt (II), indem jeweils folgende Punkte bercksichtigt werden:

 

-          Rcklaufquote,

-          Rangplatz in Bezug auf den Sozialindex,

-          Ergebnisse auf Einzelvariablen im Vergleich zu durchschnittlichen Ergebnissen,

-          Abgleich mit Daten der Schulstatistik (Anteil Kinder mit Migrationshinweis),

-          Abgleich mit RISE-Daten (schulbezogen).

 

Abschlieend werden die dargestellten Ergebnisse mit den Sozialraumbeschreibungen (III), mit den Einschtzungen der BASFI (IV) sowie mit den Ergebnissen des Statistikamtes Nord (V) in Beziehung gesetzt. Fr die nchste regelhafte Aktualisierung wird der Einsatz weiterer Fragen, z. B. zu alleinerziehenden Eltern, leiblichen Kindern oder angenommenen Kindern bzw. Patchwork-Familien geprft. Im brigen siehe hierzu auch Antwort der BSB auf Drs. 19/3784 der Bezirksversammlung Wandsbek vom 8. Juli 2013.

 

I.                    Bezirk Altona (siehe Anlage 1)

 

Im Bezirk Altona gibt es 30 Grundschulen. Neun Grundschulen haben einen um eine Stufe niedrigeren Sozialindex erhalten. Hier waren in drei Fllen Grundschulen im Stadtteil Osdorf betroffen. Zehn Grundschulen haben den ihnen bisher zugewiesenen Sozialindex beibehalten. Zehn Schulen haben einen um eine Stufe hheren Sozialindex erhalten. Vier dieser Schulen liegen in den Stadtteilen Altona-Altstadt bzw. Altona-Nord. Eine Grundschule (Grundschule Thadenstrae) hat einen um drei Stufen hheren Sozialindex erhalten. Der durchschnittliche Rcklauf an den Altonaer Grundschulen liegt bei 75 Prozent der Flle (Fragebogen von Kind und/oder Eltern vorhanden) und damit ber dem Durchschnitt aller Hamburger Schulen (69 Prozent). 24 der 30 Schulen weisen einen Rcklauf ber 70 Prozent auf, von diesen gab es an 10 Schulen einen Rcklauf ber 80 Prozent und an 4 Schulen einen Rcklauf ber 90 Prozent. Die Rcklaufquoten der Altonaer Grundschulen sind damit als gut bis sehr gut zu bezeichnen. Insgesamt verteilen sich die Sozialindizes der Grundschulen im Bezirk Altona wie folgt:

 

 

 

 

Tab. 1: Verteilung der Sozialindizes der Grundschulen im Bezirk Altona

 

1

2

3

4

5

6

4

3

5

6

5

7

 

23 Prozent der Schulen im Bezirk Altona fallen damit in die Stufen des Sozialindex 1 und 2, 77 Prozent der Schulen erreichten einen Sozialindex zwischen 3 und 6. Vergleicht man dies mit den Angaben des Sozialmonitorings (Abb. 1), wird deutlich, dass die relativen Verhltnisse in Altona insgesamt durch den Sozialindex im Vergleich zu den RISE-Statusindizes der Statistischen Gebiete, in denen die Bevlkerung lebt, sehr hnlich bzw. sogar etwas ungnstiger (und damit schulressourcenbezogen gnstiger) beschrieben werden. Das bedeutet: Der schulische Sozialindex fhrt in Altona zu hheren Ressourcen, als nach den RISE-Statusindizes zu erwarten wre.

 

Abb. 1: Einwohnerverteilungen und Statusindizes fr die Statistischen Gebiete des Bezirks Altona

 

Quelle: Sozialmonitoring Integrierte Stadtteilentwicklung, Bericht 2012, S. 35

 

So wohnen 81,5 Prozent der Bevlkerung im Bezirk Altona in einem Statistischen Gebiet mit einem hohen oder mittleren RISE-Statusindex. 18,6 Prozent wohnen in Gebieten, die als niedrig oder sehr niedrig klassifiziert sind.

 

II.                  Prfung der Sozialindizes der drei genannten Schulen auf Plausibilitt

 

Fridtjof-Nansen-Schule (Sozialindex gestiegen von 2 auf 3)

 

Die Rcklaufquote der Schule ist als sehr gut zu bezeichnen (83 Prozent der Flle). In 19 der 24 fr die Berechnung des Sozialindex genutzten Variablen weist die Schule gnstigere Werte auf als die durchschnittlichen Ergebnisse von Schulen mit dem Sozialindex 2 (siehe Anlage 2), dies insbesondere auch bei den objektiven Sozialraumdaten des Statistikamtes Nord (Arbeitslosenrate, Anteil hilfebedrftiger Kinder, Wahlbeteiligung). Die Schule liegt auf dem 20. Platz der Grundschulen mit Sozialindex 3 und hat damit den Sozialindex 3 nicht knapp, sondern sehr solide erreicht. Dieses Bild wird untersttzt durch Angaben bzgl. des Anteils an Schlerinnen und Schlern mit Migrationshintergrund sowie des RISE-Statusindex bzgl. der Wohnorte der Schlerinnen und Schler (Quelle: Schulstatistik, Prozentangaben in Klammern kennzeichnen die Vernderungen zum Vorjahr):

 

 

 

 

 

 

Abb. 2: Auszug Schulen im berblick, Schuljahr 2012/13, Fridtjof-Nansen-Schule

 

 

Hier zeigt sich ein insgesamt gnstigeres Bild der sozialen Schlerzusammensetzung als an durchschnittlichen Grundschulen mit dem Sozialindex 2. ber die Hlfte der Schlerinnen und Schler stammt aus Gebieten mit einem mittleren RISE-Index, ein fr stark belastete Schulen eher untypisches Bild (siehe Abb. 3, Beispiel fr Schule mit Sozialindex 1).

 

Abb. 3: Beispiel einer stark belasteten Sozialindex-1-Schule

 

 

Hier wird deutlich, dass, obwohl an der Fridtjof-Nansen-Schule eine durchaus nicht unproblematische Ausgangssituation vorliegt, die typische Index-1-Schule jedoch mit einer weniger unterschiedlichen, aber strker belasteten Schlerschaft arbeitet.

 

Nach Bercksichtigung der Rcklaufquote, des Rangplatzes, den Angaben der Schulstatistik bzgl. der Migrationshinweise der Kinder und den RISE-Statusindizes der Wohnorte der Kinder lsst sich keine erhebungsmethodisch bedingte Verzerrung feststellen.

 

Grundschule Franzosenkoppel (Sozialindex gestiegen von 2 auf 3)

 

Die Rcklaufquote der Schule liegt bei 78 Prozent und ist als gut zu bezeichnen. In 19 der 24 fr die Berechnung des Sozialindex genutzten Variablen weist die Schule gnstigere Werte auf als die durchschnittlichen Ergebnisse von Schulen mit dem Sozialindex 2 (siehe Anlage 2), dies insbesondere auch bei den objektiven Sozialraumdaten des Statistikamtes Nord. Die Schule liegt auf dem 12. Platz bei den Grundschulen mit Sozialindex 3. Dieses Bild wird untersttzt durch Angaben bzgl. des Anteils an Schlerinnen und Schlern mit Migrationshintergrund (Quelle: Schulstatistik) sowie des RISE-Statusindex bzgl. der Wohnorte der Schlerinnen und Schler:

 

Abb. 4: Auszug Schulen im berblick, Schuljahr 2012/13, Grundschule Franzosenkoppel

 

 

Auch hier zeigt sich ein insgesamt gnstigeres Bild der sozialen Schlerzusammensetzung als an durchschnittlichen Grundschulen mit dem Sozialindex 2. ber zwei Drittel der Schlerinnen und Schler stammt aus Gebieten mit einem mittleren RISE-Index, ein fr stark belastete Schulen untypisches Bild (siehe auch Abb. 3, Schule mit Sozialindex 1). Der RISE-Dynamikindikator beschreibt den mittleren Statusindex im Statistischen Gebiet der Schule als stabil.

 

Zusammenfassend lsst auch bei der Grundschule Franzosenkoppel keine erhebungsmethodisch bedingte Verzerrung feststellen.

 

Grundschule Luruper Hauptstrae (Sozialindex unverndert bei 3)

 

Die Rcklaufquote der Schule liegt bei 89 Prozent und ist als sehr gut zu bezeichnen. In 18 der 24 fr die Berechnung des Sozialindex genutzten Variablen weist die Schule gnstigere Werte auf als die durchschnittlichen Ergebnisse von Schulen mit dem Sozialindex 2 (siehe Anlage 2), dies insbesondere auch bei den objektiven Sozialraumdaten des Statistikamtes Nord. Die Schule liegt auf dem 5. Platz bei den Grundschulen mit Sozialindex 3, sie gehrt damit zu den strker belasteten Schulen mit dem Sozialindex 3. Dieses Bild wird untersttzt durch Angaben bzgl. des Anteils an Schlerinnen und Schlern mit Migrationshintergrund (Quelle: Schulstatistik) sowie des RISE-Statusindex bzgl. der Wohnorte der Schlerinnen und Schler:

 

Abb. 5: Auszug Schulen im berblick, Schuljahr 2012/13, Grundschule Luruper Hauptstrae

 

 

Auch in der Grundschule Luruper Hauptstrae stammen zwei Drittel der Kinder aus Gebieten mit mittlerem RISE-Statusindex. Typisch fr eine Schule mit dem Sozialindex 2 ist ein maximal mittlerer Anteil an Schlerinnen und Schlern aus Gebieten mit mittlerem RISE-Statusindex (siehe Abb. 4).

 

Momentan ist nach Bercksichtigung der beschriebenen Datenlage zusammenfassend festzustellen, dass auch die Grundschule Luruper Hauptstrae mit mehr als zwei Drittel Kindern aus Gebieten mit mittlerem RISE-Statusindex und 15 Prozent Kindern aus Gebieten mit sehr niedrigem Statusindex durchaus zu den belasteteren Schulen mit Sozialindex 3 gehrt, nicht jedoch zu der hchst belasteten Gruppe von Schulen mit Sozialindex 1 oder 2.

 

III.                Bezug zu Sozialraumbeschreibung Lurup

 

Bzgl. des Vergleichs mit den Sozialraumbeschreibungen des Bezirksamts Altona sei darauf verwiesen, dass diese Daten die Bevlkerung insgesamt in den Blick nehmen. Sie sind daher nur mit Einschrnkungen mit dem Sozialindex fr Schulen vergleichbar. Demgegenber liegen auf Seite der RISE-Ergebnisse Daten auf Ebene der Schulen vor (Statistische Gebiete, in denen die Kinder leben). Zu diesen Vergleichen siehe Teil II.

 

Zum Vergleich eines bildungsbezogenen Sozialindex und regionalen Belastungsindikatoren generell: Der Sozialindex fr Hamburger Schulen basiert auf den Daten aus Fragebogenerhebungen bei Schlerinnen und Schlern sowie deren Sorgeberechtigten und aus amtlichen Sozialraumdaten. Eine alleinige Bercksichtigung von Sozialraumdaten ist nicht sinnvoll, da der Sozialindex mittels Befragungen auch bildungsrelevante kulturelle (z. B. die Bildungsabschlsse der Eltern) und soziale Aspekte (z. B. die soziale Eingebundenheit des Kindes) bercksichtigt, die durch ein Sozialmonitoring nicht beschrieben werden. Die Einbeziehung solcher Aspekte ist erforderlich, weil es um die Erfassung von Bedingungen geht, die das schulische Lernen von Kindern und Jugendlichen nachhaltig beeinflussen. Der Sozialindex spiegelt damit die soziale Belastung von Bildungsteilnehmern an einzelnen Bildungseinrichtungen wider. Da diese sich wegen freier Schulwahlentscheidungen auf die Einrichtungen in unterschiedlicher Weise verteilen, ist der Sozialindex nur mit Einschrnkungen als regionaler Belastungsindex interpretierbar. Daher sind durchaus unterschiedliche Einstufungen/Einschtzungen der sozialen Belastungen von Schulstandorten und der sie umgebenden stdtischen Quartiere mglich.

 

Die drei genannten Schulen liegen im Stadtteil Lurup und beziehen ber 95 Prozent ihrer Schlerinnen und Schler aus diesem Stadtteil. In der Sozialraumbeschreibung des Bezirksamts Altona ber diesen Stadtteil werden ber verschiedene Indikatoren diverse Problemlagen beschrieben: Im sog. Planungsraum 6 leben 40 Prozent Menschen mit Migrationshintergrund, von diesen Personen besitzen 40 Prozent nicht die deutsche Staatsbrgerschaft. Bei den Personen unter 18 Jahren betrgt der Anteil von Personen mit Migrationshintergrund 58 Prozent, von diesen besitzen 13 Prozent nicht die deutsche Staatsangehrigkeit. Bei 33 Prozent der Schlerinnen und Schler ist die Familiensprache nicht Deutsch. Im Stadtteil Lurup ist jede fnfte Wohnung eine Sozialwohnung, im Hamburger Durchschnitt betrifft dies jede zehnte Wohnung. 32 Prozent der jungen Menschen sind hilfebedrftig. Sieben Prozent der erwerbsfhigen Personen im Stadtteil Lurup sind arbeitslos.

 

In der Sozialraumbeschreibung heit es jedoch auch: Als Potenzial wird eingeschtzt, dass die drei Sozialrume im Stadtteil Lurup hnliche Strukturdaten aufweisen. Im Planungsraum gibt es eine breite Mischung an Menschen, die in Ein- und Zweifamilienhusern, in Mehrfamilienhusern und einzelnen nicht sehr groen Growohnsiedlungen leben. Es entsteht der Eindruck, dass die Sozialrume nicht in wohlhabend und Armutsquartiere auseinander klaffen und damit eine gemeinsame Identitt fr den Stadtteil Lurup mglich ist. Trotz eines im Vergleich mit dem Bezirk hheren Anteils an Menschen in Armutslebenslagen weisen die Daten auch eine breite Mittelschicht auf, die ein - z.T. auch schon genutztes Entwicklungspotenzial (Brgerschaftliches Engagement, Stadtteilleben, Vereinsleben) fr den Planungsraum darstellt.

 

Diese breite Mittelschicht, die in sehr stark belasteten Stadtteilen und deren Schulen weniger ausgeprgt vorhanden ist (siehe Abb. 3), bildet sich bei den drei genannten Grundschulen ab. Erkennbar ist dies an den Statistischen Gebieten, in denen die Schlerinnen und Schler der Schulen leben, welche zur Hlfte bis zu zwei Drittel mit mittleren RISE-Statusindizes gekennzeichnet sind.

 

IV.               Bezug zu den Einschtzungen der Behrde fr Arbeit, Familie und Integration (BASFI), die dazu fhrten, umliegende Kitas der Schulen in das Programm Kita-Plus aufzunehmen

 

Im Stadtteil Lurup sind insgesamt sieben Kindertagessttten in das Programm Kita-Plus aufgenommen worden: Ev. KiTa zu den Zwlf Aposteln, AWO KiGa Morgenrte, Kath. KiGa St. Jakobus, KiTa Kleiberweg, KiTa Swattenweg, KiTa Sommerweg, KiTa in der Schule Franzosenkoppel. Die Auswahl der Schulen erfolgte nach folgendem Prinzip:

 

1.      Alle Kindertagessttten, die 2011 jahresdurchschnittlich mindestens sechs Kinder im Elementarbereich (ohne Anschlussbetreuung Vorschulklassen und ohne Leistungen der Eingliederungshilfe) betreut haben, wurden jeweils nach Magabe folgender Indikatoren in eine Rangreihung gebracht:

a.      Anteil der im Elementarbereich betreuten Kinder mit einem dringlichen sozial oder pdagogisch bedingten Frderbedarf,

b.      Anteil der im Elementarbereich betreuten Kinder mit einer nichtdeutschen Familiensprache,

c.      Anteil der im Elementarbereich gefrderten Kinder, fr die hchstens der Mindestbeitrag gem Familieneigenanteilverordnung gezahlt wird.

Die Rangreihung erfolgte jeweils ausgehend vom hchsten Anteil nach Gre des Anteils absteigend. Jeder Einrichtung wurden auf diesem Wege drei Rangpltze zugeordnet.

2.      Es wurde der Mittelwert aus den drei Rangpltzen gebildet.

3.      Vom niedrigsten Mittelwert ausgehend wurden die Kindertagessttten nach Gre des Rangplatzes aufsteigend in eine abschlieende Rangreihung gebracht. Ausgewhlt wurden nach diesem Vorgehen circa ein Drittel (281) aller Kindertagessttten.

 

Aus verschiedenen Grnden ist der Vergleich zwischen der Frderung von Kindertagessttten und dem Sozialindex fr Hamburger Schulen nicht mglich:

-          Kindertagessttten und Grundschulen unterscheiden sich in Bezug auf das Elternwahl­verhalten (bei Kindertagessttten eher nach Verfgbarkeit, bei Grundschulen nach regionalen Begebenheiten).

-          Zur Aufnahme in das Programm Kita-Plus wurden 3 Indikatoren verwandt, bei der Berechnung des Sozialindex 24. Inhaltlich unterscheiden sich diese deutlich: der Sozialindex bercksichtigt auch bildungsrelevante kulturelle (z. B. die Bildungsabschlsse der Eltern) und soziale Aspekte (z. B. die soziale Eingebundenheit des Kindes) (vgl. Abschnitt III).

-          Fr die Frderung durch das Programm Kita-Plus wurde eine feste Zahl von Kindertagessttten aus der berechneten Rangreihe ausgewhlt: ein Drittel. Bei dem Sozialindex wurde die berechnete Rangreihe in sechs gleich groe Abschnitte unterteilt.

 

 

V.                  Bezug zu neuesten Ergebnissen des Statistikamtes Nord ber die Einkommens­verhltnisse im jeweiligen Stadtteil

 

Die aktuellsten verfgbaren Lohn- und Einkommenssteuerstatistikdaten stammen aus dem Jahr 2007, diese werden im Folgenden fr die Stadt Hamburg und den Stadtteil Lurup dargestellt. Das durchschnittliche steuerpflichtige Einkommen in Hamburg liegt bei 35.887 Euro. Jedoch hat, aufgrund einiger Personen mit berdurchschnittlich hohem Einkommen, die Hlfte aller Steuerpflichtigen ein Einkommen von weniger als 22.329 Euro (Median). Weiter heit es In sieben Stadtteilen liegt das Einkommen unter 20.000 Euro je Steuer­pflichtigem. Fnf dieser Stadtteile gehren zum Bezirk Mitte: Kleiner Grasbrook/Steinwerder mit 12 000 Euro, Veddel (15 000 Euro), Rothenburgsort (19 000 Euro) sowie Horn (20 000 Euro). Hinzu kommen im Bezirk Nord der Stadtteil Dulsberg (19 000 Euro) und im Bezirk Harburg der Stadtteil Harburg (19 000 Euro). Der Stadtteil Lurup liegt mit 24.176 Euro Gesamtbetrag pro Steuerpflichtigem im Durchschnitt eine Stufe ber dem niedrigsten Einkommen. Auch dies besttigt das in den Abschnitten II und III fr Lurup beschriebene Bild durchaus vorhandener kumulierter Problemlagen, die jedoch in anderen Stadtteilen (Wilhelmsburg, Veddel) noch ausgeprgter vorhanden sind. Siehe hierzu Aufbereitung des Statistikamtes Nord zu den Einknften je Steuerpflichtigen, differenziert nach Hamburger Stadtteilen, Quelle: http://www.statistik-nord.de/uploads/tx_standocuments/SI_SPEZIAL_IV_2013.pdf.

 

Fr weitere Hintergrundinformationen wird auf die Drs. 20/7094, 20/7240, 20/7784 und 20/7843 verwiesen.

 


Petitum:

 

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

 


Anlage/n:

XIX-2845 Beschluss des Hauptausschusses vom 11.07.2013

Anlage 1: berblicksdaten der Luruper Grundschulen bzgl. der Aktualisierung des Sozialindex

Anlage 2: Ergebnisse der drei Luruper Grundschulen der in den Sozialindex eingegangenen Variablen sowie durchschnittliche Ergebnisse von Schulen mit Sozialindex 2 und 3