Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-3064  

 
 
Betreff: Integration in Altona weiter voranbringen, Vielfalt stärken- Runden Tisch starten!
Mitteilungsdrucksache zum Beschluss des Hauptausschusses vom 12.04.2012
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsdrucksache öffentlich
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
22.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung zur Kenntnis genommen   
Ausschuss für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung
03.09.2013 
Sitzung des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Der Hauptausschuss der Bezirksversammlung Altona hat zur o.g. Thematik die Drucksache XIX-1269.2 beschlossen, deren Umsetzungsstand in der anliegenden Mitteilungsdrucksache XIX-1568 aufgeführt ist.

 

Das Bezirksamt Altona teilt mit Schreiben vom 14.08.2013 folgenden aktuellen Sachstand mit:

 

Zur Verbesserung der Koordination sowie Kommunikation mit den beteiligten Institutionen, Trägern, Verbänden, der Politik und Verwaltung sowie zur Systematisierung der Angebote wurde am 30. August 2012 die Auftaktveranstaltung des ersten Runden Tisches durchgeführt.

Bei der Auswertung der Auftaktveranstaltung beschlossen die Vertreter des Ausschusses für Soziales, Arbeit, Senioren, Integration und Gleichstellung sowie die Mitarbeiter des Bezirksamtes Altona, die drei identifizierten Handlungsfelder - Leben in Altona, Bildung in Altona und Arbeiten in Altona - im Laufe der Jahre 2012 und 2013 im Rahmen von Fachforen weiter zu diskutieren.

 

1.      Fachforum Leben in Altona

 

In den ersten beiden Tagungen des Fachforums Leben in Altona, durchgeführt am 29. November 2012 und am 14. Februar 2013, nahmen Vertreter aus den politischen Fraktionen, den Altonaer Institutionen, Mitarbeiter der Verwaltung sowie migrantische Selbsthilfeorganisationen teil. Es wurde am Thema Miteinander Leben - Partizipation von Bewohnerinnen und Bewohnern mit Migrationshintergrund, mit dem Ziel: Entwicklung neuer Ansätze für ein Modell Altona, gearbeitet.

Folgende Empfehlungen, die sich an die Politik und Verwaltung richten, wurden von den Teilnehmenden erarbeitet.

 

Empfehlungen der Teilnehmenden des Fachforums Leben in Altona

 

-          Die politischen Parteien entwickeln Strategien, um Stadtteilbewohner mit Migrationshintergrund für politische Beteiligungsprozesse zu motivieren.

 

-          Mögliche Aktivitäten:

 

o        Bezirkspolitiker verschiedener Fraktionen mit Migrationshintergrund informieren auf Veranstaltungen die Bewohner mit Migrationshintergrund (auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit) über die Möglichkeit der Mitwirkung in den Parteien.

o        Berufung von Bewohnern als zugewählte Bürger mit Migrationshintergrund (auch ohne deutsche Staatsangehörigkeit) als beratende Mitglieder in allen politischen Ausschüssen.

o        Schaffung von Quartiersbeiräten, in die gezielt auch Anwohner mit Migrationshintergrund einbezogen sind. (Konkrete Aufgaben- und Funktionsbeschreibung ist zu entwickeln).

o        Eintreten der Bezirksversammlung für das kommunale Ausländer-Wahlrecht als Signal für eine gewollte Gleichstellung (Diskussion am 11.07.2013 im Hauptausschuss).

o        Entwicklung von Strategien für eine Willkommensstruktur/ Wertschätzung.

o        Beschilderung des Rathauses mit Willkommensschildern (auch anderer Einrichtungen der Verwaltung) in verschiedenen Sprachen.

 

Appell des Runden Tisches Altona vom 14. Februar 2013

Das Plenum des Fachforums richtete einen Appell an die anwesenden Politiker.

-          Der Runde Tisch Integration im Bezirk Altona bittet alle Fraktionen der Bezirksversammlung Altona, sich in einem gemeinsamen Antrag dafür einzusetzen, dass für alle in Deutschland lebenden Migrantinnen und Migranten das kommunale Wahlrecht eingeführt wird.

 

2.      Fachforum Bildung in Altona

 

Am 4. April und am 6. Juni 2013 wurde das Handlungsfeld des Fachforums Bildung in Altonabearbeitet. Auch dieses Mal waren Vertreter der Politik, Mitarbeiter der Verwaltung und Vertreter der Altonaer Institutionen, Kitas, Schulen sowie migrantischer Selbsthilfeorganisationen anwesend. Anhand einer Präsentation des Altonaer Bildungsangebotes für unterschiedliche Zielgruppen durch die Verwaltung und anhand  eines Fragenkatalogs zu den Bedarfen erarbeiteten die Teilnehmenden folgende Empfehlungen für die Verwaltung und Politik.

 

Empfehlungen der Teilnehmenden des Fachforum Bildung in Altona

Deutschkurse

-          Die Anwesenden empfehlen eine Ausweitung des Angebots von Deutschkursen für Eltern, insbesondere für Mütter an den Schulen.

-          Eine Lücke im Bildungsangebot sahen die Anwesenden in der Seniorenbildung. Hier fordern sie Kurse, die speziell Behördendeutsch thematisieren.

Bilingualität

-          Das Plenum sprach sich für eine Förderung der Bilingualität und Integration der Bilingualität an den Schulen aus.

Projekte für Flüchtlinge

-          Das bestehende Angebot von Projekten für Flüchtlinge soll weitergeführt und auf Bedarfe ergänzt werden.

Interkulturelle Kompetenz und Rassismus

-          Im Bereich der Schulausbildung und der frühkindlichen Bildung bzw. Betreuung soll anhand von bspw. Trainings die interkulturelle Kompetenz von Lehrern und Erziehern gestärkt geschult werden.

-          Ebenso als notwendig erachtet wurde ein Antirassismustraining für die benannte Zielgruppe.

Beteiligung in Schulgremien

-          Das Plenum fordert eine gezielte Ansprache von Menschen mit Migrationshintergrund. Sie sollen motiviert werden, sich in schulischen Gremien zu beteiligen. In diesem Zusammenhang entstand außerdem die Forderung nach mehrsprachigen und für die Eltern sichtbaren Informationen zur Beteiligungsstrukturen an den Schulen.

Berufseinstieg/ Ausbildung

-          Um den Berufseinstieg für Jugendliche zu erleichtern, forderten die Anwesenden Beratungs-, Coaching- und Vermittlungsmaßnahmen beim Übergang von Schule zu Beruf. 

-          Neben der Förderung von Jugendlichen sieht das Plenum ebenfalls die Notwendigkeit einer Unterstützung von Erwachsenen mit Migrationshintergrund bei einem Einstieg bzw. Wiedereinstieg in den Beruf. Insbesondere eine Qualifizierung von Frauen sei aus Sicht des Plenums in eine künftige Maßnahmenplanung aufzunehmen.

Qualifizierungsmaßnahmen

-          Für Gruppen mit speziellem Bedarf, beispielhaft wurden Roma und Minderjährige unbegleitete Flüchtlinge (MuF) genannt, sollen niedrigschwellige und vor allem außerschulische Angebote zur Verfügung stehen.

Begabtenförderung

-          Besondere Begabungen sollen an den Stadtteilschulen mithilfe von gezielten Fördermaßnahmen gefördert werden. 

Vernetzung

-          Die Teilnehmenden empfehlen eine Vernetzung aller Bildungsangebote mit dem aktuellen Stand in Altona.

Bildungskoordination

-          Das Plenum sprach sich für die Errichtung der Stelle eines Bildungskoordinators aus. Dieser solle die Informationsverbreitung sowie die Vernetzung der Bildungsanbieter und -angebote unterstützen sowie eine prozessorientierte Evaluation vornehmen.

Psychosoziale und gesundheitliche Versorgung

-          Ein Angebotsdefizit sahen die Anwesenden bei der muttersprachlichen psychosozialen Versorgung. Fehlende Sprachkenntnisse und kulturelle Hemmnisse führen in diesem Bereich zu Problemsituationen. Das Plenum fordert daher eine Gewinnung von migrantischen Psychotherapeuten und muttersprachliche Therapie- und Beratungsangebote. Insbesondere besteht ein hoher Bedarf an herkunftssprachlicher Beratung in dem Altonaer Pflegestützpunkt. 

Festival der Kulturen und Fest der Bildung

-          Als positive Ansätze wurden sowohl das Festival der Kulturen als auch das Fest der Bildung (organisiert durch TGH und ASM) benannt. Gefordert wurde in diesem Zusammenhang jedoch, dass bei der Konzeption dieser Veranstaltungen eine eindeutige thematische Ausrichtung auf die Bildungskultur und weniger auf Folklore vorzunehmen sei.

-          Es wurde zudem angeregt, eine internationale Kulturwochein Altona zu etablieren, welche einmal jährlich - als feste Institution - in Altona stattfinden soll.

-          In der zweiten Sitzung des Fachforums Bildung, am 6. Juni 2013, wurde beschlossen, einen Überblick über die im Bezirk zur Verfügung stehenden Bildungsangebote zu erstellen. Die Informationen werden webbasiert, anhand eines standardisierten Profils (Steckbrief), durch die Akteure in einer hierfür angelegten Web-Community  bereitgestellt. Die Teilnehmenden des Fachforums und weitere Organisationen im Bezirk Altona wurden eingeladen, sich an der Community VielfAltona Angebote.mixxt.de, zur Erfassung ihrer Bildungsangebote, zu beteiligen.

-          Die über das Internetportal erstellten Angebotsprofile werden zusammengestellt und zum Zwecke weiterer Vernetzung sowie für die Bildungs-Verweisberatung (Zukunftslotsen),  z.B. im Bildungsportal Hamburg aktiv, veröffentlicht.

-          Die interfraktionelle Arbeitsgruppe und die Verwaltung werden die Empfehlungen des Fachforums Bildung in Altonain einer gemeinsamen Sitzung auswerten und mögliche Maßnahmevorschläge erarbeiten.

-          Am 29. August und am 17. Oktober folgen die Fachgespräche des Fachforums Arbeiten in Altona. Die Ergebnisse aller Fachforen werden dokumentiert und am 15. November in einer Veranstaltung der interessierten Öffentlichkeit vorgestellt.

 


Petitum:

 

Die Bezirksversammlung wird um Kenntnisnahme gebeten.

 


Anlage/n:

XIX-1568 Mitteilungsdrucksache zum Beschluss des Hauptausschusses vom 12.04.2012