Bezirksversammlung Altona

Drucksache - XIX-3073  

 
 
Betreff: Komfortabel, schnell und sicher - ein bezirkliches Fahrradroutennetz für Altona
Dringlicher Antrag der Fraktionen von GRÜNE und SPD
Status:öffentlichDrucksache-Art:Antrag öffentlich
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Bezirksversammlung
22.08.2013 
Sitzung der Bezirksversammlung geändert beschlossen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Bereits seit 2008 verfügt Hamburg über eine Radverkehrsstrategie, in der wesentliche Ziele und Leitlinien zur langfristigen Förderung des Radverkehrs festgeschrieben wurden. Der seitdem gestiegene Anteil des Radverkehrs am Modal Split, in Altona auf bereits 17 % , aber auch die steigende Bevölkerungszahl durch Verdichtung besonders in den innenstadtnahen Stadtteilen macht einen kontinuierlichen Ausbau der Infrastruktur für den Radverkehr in Altona notwendig. Bereits die Radverkehrsstrategie sieht dazu neben dem Ausbau der gesamtstädtischen Velorouten auch die Entwicklung ergänzender bezirklicher Fahrradrouten vor.

In den letzten Jahren sind in mehreren Hamburger Bezirken derartige Routennetzplanungen (Bezirks-Radrouten) vorgenommen worden. In Eimsbüttel wurden dabei vom Verkehrsplanungsbüro ARGUS fahrbahnnahe Lösungen für den Radverkehr mit dem Grundsatz entwickelt, die Sicherheit und den Komfort durch optimale Sichtbeziehungen und Vermeidung von Konflikten zwischen den Verkehrsteilnehmern zu verbessern, auf Grundlage der Empfehlungen für Radverkehranlagen, ERA 2010, der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen. Auf der geplanten Route D (Ottensen-) Kerngebiet - Uni - Harvestehude (-Winterhude) wurden zur Komplettierung funktionsfähiger Routen auch Vorschläge für die Nachbarbezirke Altona und Nord erarbeitet. So wurden für die Altonaer Straße Knotenumbauten im Bereich des Schulterblattes und der Schanzenstraße, ein Fahrbahnteiler auf Höhe Bartelsstraße, sowie die Einführung vom Tempo 30 für den Kl. Schäferkamp empfohlen.

 

Auch für Altona ist eine bezirkliche Routennetzplanung von großem Vorteil, um auf längere Sicht durchgehend komfortable Radverkehrsverbindungen zu erhalten, Unfallschwerpunkte mit Fahrradbeteiligung zu entschärfen und die Nutzungsqualtität der Gehwege für die Fußgänger zu verbessern. Attraktive bezirkliche Routen sind auch geeignet, das Umsteigen vom Kfz aufs Rad gerade auf kurzen Strecken weiter zu fördern und helfen so, die Hamburger Klimaschutzziele zu verwirklichen. Mit Hilfe routenbezogener Ausbaustandards sind Maßnahmen und Prioritäten ableitbar, die bei künftigen Umgestaltungen an Straßen und Plätzen eingesetzt werden können und eine Grundlage zur systematischen Einwerbung von Fördermitteln (z.B. Nationaler Radverkehrsplan der Bundesregierung, Landesmittel, EU-Mittel) bilden können.

 

Die Bezirksversammlung beschließt daher Folgendes:

 

Das Bezirksamt wird gemäß § 19 (2) BezVG aufgefordert, Planungen für ein Altonaer Fahrradroutennetz (Bezirks-Radrouten) durchzuführen bzw. durchführen zu lassen. Dabei sollen Erkundigungen bei der Behörde für Wirtschaft, Verkehr und Innovation erfolgen, ob von städtischer Seite Mittel z.B. aus dem Arbeitsprogramm des Senates für die Planung bereitgestellt werden können.

Die Routenplanungen sollen den Grundsätzen der Empfehlungen für Radverkehrsanlagen (ERA 2010) folgen und insbesondere die Sicherheit und die Konfliktvermeidung der Verkehrsteilnehmer mit fahrbahnnahen Lösungen fördern. Zur Erstellung geeigneter Routen sind Straßen mit hohem Radverkehrsaufkommen sowie wichtige Quellen und Ziele des Radverkehrs zu ermitteln. Zu berücksichtigen sind dabei u.a. das Veloroutennetz, der ADFC-Fahrradstadtplan, Schuleinzugsbereiche, Schnellbahn-Haltestellen-Einzugsbereiche und innerstädtische Pendlerverflechtungen. Besonders in Stadtteilen mit zahlreichen, auch parallel laufenden hoch frequentierten Radverkehrsverbindungen sind Planungen mit mehreren Routen gegenüber wenigen Einzelrouten zu bevorzugen. Bei der Planung der Routen sind Vorschläge und Erfahrungen externer Organisationen wie ADFC und VCD zu berücksichtigen.

Erarbeitet werden soll ein hierarchisiertes Zielnetz für den Radverkehr in Altona, ein Maßnahmen-, Prioritäten- und Kostenplan ist mit zu erstellen. Die Routenplanungen sollen geeignet sein, Grundzüge für ein mittel- Und langfristiges Arbeitsprogramm am Altonaer Bezirks-Radroutennetz zu liefern, das schrittweise, z.B. auch bei laufenden Umbauten und Erneuerungsarbeiten, umgesetzt werden kann.

Die Vorschläge des Eimsbütteler Fahrradroutenprogramms zu Straßen im Bezirk Altona werden in ihren Grundzügen begrüßt und sollen in die Altonaer Bezirks-Radroutenplanung integriert werden.

 


Petitum:

 

Die Bezirksversammlung wird um Zustimmung gebeten.

 


Anlage/n:

ohne