Bezirksversammlung Altona

Drucksache - 20-3067  

 
 
Betreff: Busbeschleunigungsprogramm Metrobuslinie 2/3
Teilbaumaßnahme Umbau Ebertplatz
Stellungnahme des Amtes zur 1. Verschickung des LSBG
Status:öffentlichDrucksache-Art:Mitteilungsdrucksache öffentlich
Federführend:Geschäftsstelle der Bezirksversammlung   
Beratungsfolge:
Verkehrsausschuss
05.12.2016 
Sitzung des Verkehrsausschusses zur Kenntnis genommen   

Sachverhalt
Beschlussvorschlag
Anlage/n

Schreiben des Bezirksamtes vom 22.11.2016 an den Landesbetrieb Straßen, Brücken und Gewässer (LSBG):

 

Nachfolgend erhalten Sie im Nachgang zu Ihrer Projektvorstellung im gestrigen Verkehrsausschuss die Stellungnahme des Bezirks.

 

Aus straßenverkehrlichen Gründen wird die neue Variante sehr begrüßt, insbesondere durch die bequeme Umsteigesituation der Busfahrgäste. Schön wäre jedoch, wenn auch die Linie 286 mit am „Ebertplatz“ halten könnte.

Die Kombination mit dem Kreisel verbessert zudem die Anfahrbarkeit der Notkestraße aus der Ebertallee, was ebenfalls als verkehrstechnischer Vorteil gesehen wird.

Besonderes Augenmerk ist auf die fußläufige und fahrradfreundliche Beziehung zwischen Grünachse Ebertallee und dem zukünftigen Wohnquartier Trabrennbahn Bahrenfeld.

 

Grundsätzlich bestehen gegen die vorgelegte Planung keine Bedenken.

Gleichwohl möchten wir um Berücksichtigung nachfolgender Anmerkungen bitten:

 

  • die besagte Planung soll die Vorgaben des derzeit noch nicht abgeschlossenen Wettbewerbsverfahrens „Wohnen am Volkspark“ zum Trabrennbahngelände  beachten, wozu insbesondere nachstehende Punkte zu nennen sind:
  • die Anschlussstellenplanung der neuen zukünftigen Haupterschließungsstraße, die durch das neue, rdlich des Straßenzugs Luruper Chaussee gelegene Wettbewerbsgebiet hren soll
  • Dem Radverkehr soll im Rahmen des Ziels Fahrradstadt Hamburg eine hervorgeho­bene Bedeutung zuteil kommen.
  • Grundsätzlich ist neben den technischen Anforderungen an die Straßenplanung auch eine qualitätsvolle Ausgestaltung zur Schaffung entsprechender Aufenthaltsqualitäten im öf­fentlichen Straßenraum gewünscht. So sind u. a. eine aus­reichende Begrünung mit Straßenbäumen, die Anlage von Besucherparkplätzen sowie die bereits benannte wasser­sensible Straßenraumgestaltung vorzusehen. Hierbei sollten auch u.a. ausreichende Ersatzpflanzungen für die im Zuge dieser Verkehrsplanung zu fällenden 35 Bäume vorgesehen werden.

 

  • Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Flächenausweisung für die geplante unterirdische Bahnanlage sowie die textlichen Festsetzungen hierfür (s. Nr. 2 und 3 der Verordnung zum B-Plan) gem. B-Plan Bahrenfeld 6 (s. Anlage) und die Festsetzungen in diesem Bereich gem. B-Plan Bahrengfeld 9/ Lurup 50 (s. Anlage)  zu beachten sind, welche sich ebenso auch in den o.g. Wettbewerbsvorgaben niedergeschlagen haben. Die vorliegende Planung tangiert diese Planungsvorgaben bereits dies sollte daher nochmals geprüft werden.

 

Der Abschnitt Ebertplatz einschl. Luruper Chaussee ist gekennzeichnet durch Baumgruppen und Einzelbäume. Es wird grundsätzlich gefordert, das Straßenbegleitgrün umfänglich zu erhalten und die baubedingten Fällungen auf das notwendige Maß zu beschränken. Als Grundlage für den Baumschutz gelten die DIN 18 920 mit der RAS-LP 4, die Hamburgische Baumschutzverordnung und die ZTV – Baumpflege (Ausg. 2006). Nicht vermeidbare Eingriffe in den Baumbestand sind auszugleichen. Der Umfang des Ausgleiches ist nach dem Staatsrätemodel zu ermitteln und mit räumlichem Bezug zum Eingriffsort herzustellen. Es wird davon ausgegangen, dass seitens des LSBG eine Beteiligung der politischen Gremien des Bezirkes erfolgt und eine entsprechende Zustimmung zu den geplanten Fällungen und Ersatzmaßnahmen eingeholt wird.

 

Laut vorliegender Planung sind Fällungen von 28 Straßenbäumen und Ersatzpflanzungen von 19 Bäumen vorgesehen. Der Bezirk Altona nimmt die Fällungen zur Kenntnis und hält den Umfang der Ausgleichsmaßnahmen für nicht ausreichend. Nach dem Staatsrätemodell dürften die Ersatzpflanzungen wesentlich höher ausfallen als vorgesehen. Es ist zu prüfen, ob eine Kompensation des Eingriffs, durch Aufwertung der geplanten Rasenflächen als Staudenbeete, möglich ist oder Ersatzpflanzungen außerhalb des Planungsbereiches hergestellt werden können.

 

Aufgrund des zu erhaltenden Baumbestandes auf öffentlichem Grund und den zu erwartenden Beeinträchtigungen im Baubetrieb, muss der weitere Planungsprozess durch einen Landschaftsarchitekten oder einen Baumsachverständigen begleitet werden. Es ist unverzüglich ein Baumgutachten zu erstellen, aus dem hervorgeht, mit welchen baubedingten Beeinträchtigungen für den verbleibenden Baumbestand zu rechnen ist, und welche bestandsfördernden Maßnahmen erforderlich sind, um den Erhalt zu garantieren. In diesem Zusammenhang ist es besonders wichtig, Wurzelsondierungen im Bereich der baubedingt betroffenen Bäume durchzuführen, um das Maß der endgültigen baulichen Nutzung festzulegen.

 

In der Ausschreibung sowie im anschließenden Auftrag muss die Bedeutung des Baumschutzes in den Vertragsbedingungen und den Vorbemerkungen der Leistungsverzeichnisse für die verschiedenen, möglicherweise baumnah arbeitenden Gewerke festgeschrieben werden, um sicherzustellen, dass die Firmen, dies bei der Preisbildung berücksichtigen.

 

Während der Bauphase muss ein Baumsachverständiger benannt werden, der die Umsetzung der Vorgaben zum Baumschutz überwacht und den Bauherren bzw. die Architekten sowie die ausführenden Firmen in Fragen zum Baumschutz bei Bedarf berät. Grundsätzlich sind Bau-bedingte Schäden an den Bäumen durch den Sachverständigen zu dokumentieren und dem Bezirksamt Altona vor Abgabe der Bäume in die bezirkliche Unterhaltung zu melden. Der LSBG sichert dem Bezirk zu, dass an den übergebenen Bäumen keine verdeckten und nicht dokumentierten Bauschäden entstanden sind.

 

Im gestrigen Verkehrsausschuss wurde durch Mehrheitsbeschluss  gefordert,

 

  • Den Radweg nördlich an der Luruper Chaussee als Radfahrstreifen auszuführen,
  • Beim Linksabbiegen aus der Luruper Chaussee für die Radfahrenden in Richtung Kreisel auf eine möglichst gradlinige Führung und eine Vermeidung von Konflikten mit dem Busverkehr hinzuwirken,
  • Und auf eine ausgeglichene Baumbilanz zu achten.

 

 

Für die Gestaltung des „Ebertplatzes“ mit Aufenthaltsqualität sowie der Kreiselinnenfläche und insbesondere der Vorplatzfläche der östlich gelegenen Geschäftszeile ist ein Freiraumkonzept zu erarbeiten und unter Mitwirkung des Bezirks den ansässigen Mitbürgern in einer öffentlichen Sitzung des Verkehrsausschusses vorzustellen.

 

Um Berücksichtigung der Forderungen und erneute Beteiligung nach Eingang geänderter Pläne wird gebeten.

 

 


Petitum:

Der Verkehrsausschuss wird um Kenntnisnahme gebeten.

 

 


Anlage/n:

ohne